Triumph Sprint ST: Wartung :: Der erste Schaden
29. October 2002 — Zuletzt bearbeitet: 24. November 2006 | 1807x gelesen
Es hätte schlimmer kommen können – viel schlimmer! Nach gut 20000km der erste Schaden an meiner Triumph. Aber manchmal muss man eben auch mal Glück haben
Freitag Nacht, am 25. Oktober 2002, nach der Jahreshauptversammlung meines Lieblingsvereins FC St.Pauli – es war kurz vor 1 Uhr – habe ich mein Motorrad gestartet. Das klappte auch problemlos, aber nur kurz – die gute Lady ging sofort wieder aus. Kein Problem, schließlich war es nass und kalt – da darf so was mal passieren. Also betätige ich erneut den Starterknopf. Sofort springt mein Bike wieder an und um es bei Laune zu halten, drehe ich sanft am Gasgriff. Plötzlich tut es einen Knall und mein Mopped geht wieder aus. Das hat mich nun verwundert. Das war mir noch nie passiert. Na gut, der Knall war bestimmt nur zuviel Sprit im Auspuff. Also wiederhole ich den Startvorgang. Tja – klarer Fall von Denkste! Das Drücken des Anlasserknopfes verursacht nur ein leises Geräusch, so als ob sich irgendetwas dreht. Vielleicht der Anlasser selbst? Jedenfalls passierte nichts!
Was tun? Anschieben geht nicht, da der Sicherheitsmechanismus voraussetzt, dass beim Anlassen die Kupplung gezogen ist. überbrücken? Glücklicherweise wollten gerade zwei FC-Fans als Letzte die Tiefgarage verlassen. Leider hatten sie kein überbrückungskabel. Auch die Nachfrage bei zwei Taxifahrern ergibt, dass überbrücken unter Brücken heute nicht geht…
Meine Frau holt mich mit dem Auto ab und um kurz nach drei bin ich zu Hause.
Samstag Morgen halte ich kurz Rücksprache mit meiner Werkstatt – bestimmt liegt es nur an der Batterie. Ich kaufe ein überbrückungskabel und fahre mit meiner Frau zum Ort des Geschehens. Ich stehe im Regen und nerve mich, weil die Batterie zwar leicht zugänglich ist, aber die Abgreifer der Batterie viel zu klein für die Zangen des überbrückungskabels sind. Immer wieder rutschen die Zangen ab. Schlussendlich schaffe ich es, aber die Mühe wird nicht von Erfolg gekrönt. Es bleibt dieses leise drehende Geräusch, aber nichts tut sich. Gar nichts!
Am nächsten Arbeitstag fahre ich zu meiner Werkstatt und bringe die Schlüssel vorbei. Die Jungs holen das Bike ab und telefonieren dann erst mal mit Triumph. Beim Abnehmen der Seitenverkleidung hat sie nämlich der Schlag getroffen, denn das hatten sie bis jetzt noch nicht erlebt – die Kurbelwelle ist gebrochen!
Daher das leise drehende Geräusch: die Kurbelwelle drehte sich zwar noch, aber die Kette für die Nockenwellensteuerung wird nicht mehr angetrieben. Die Reparatur ist aufwändig und wird vermutlich 2 Wochen in Anspruch nehmen, da erst mal die Teile geliefert werden müssen. So ein Schaden passiert sehr selten, denn Triumph hat in seiner modernen Werkstatt eine der genausten Kurbelwellenfertigungen – jedenfalls ist die wesentlich besser, als bei vielen Japanern…
Die Schadenshöhe wird in einer ersten Schätzung bei ca. 3000 Euro liegen, denn allein die Kurbelwelle kostet zwischen 700 und 800 Euro. Die Arbeitszeit für so eine Reparatur veranschlagt meine Werkstatt mit anderthalb TAGEN!
Glücksfall Nummer 1: Wäre das bei Fahrt passiert, wären die Ventile durchgeschlagen und der Schaden wäre noch größer geworden.
Glücksfall Nummer 2: Das Wetter soll diese Woche eh nicht so toll werden.
Glücksfall Nummer 3: Triumph übernimmt das als Garantiefall und damit alle Kosten!
UPDATE: Bei Triumph wird gerade die Kurbelwellenfabrikation generalüberholt – die Lieferung verzögert sich und ich werde wohl insgesamt 4 Wochen ohne Mopped sein
Am 19. November war es dann soweit – meine Lieblingswerkstatt rief mich an, dass ich mein Bike abholen könne. Endlich! Gesagt, getan – nach dreieinhalb Wochen konnte ich endlich wieder Moppedfahren! Kinners, is’ das geil!
Die ersten ca 500km soll ich etwas gemächlicher fahren, weil bei meinem ‘teilüberholten’ Bike einige bewegliche Teile wieder neu eingefahren werden müssen. Das ist aber kein Problem, da ich bei diesen derzeitigen Temperaturen den Motor eh nicht so warm kriege, um ihn ruhigen Gewissens in hohe Drehzahlbereiche zu drängen.
Die Kurbelwelle war übrigens am Abnehmer für den Startermotor abgebrochen. Es sah ein bißchen aus, als ob das kleine Stückchen abgedreht worden wäre. Meine ‘Ex-Kurbelwelle’ wird nun übrigens von Triumph näher durchgecheckt – ein Ergebnis werde ich aber wohl nicht bekommen…
Jedenfalls fährt mein Babe wieder – und das ist gut so



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