Fanladen-Tours :: We had dreams and songs to sing
2. March 2003 — Zuletzt bearbeitet: 17. October 2006 | 2166x gelesen
Ein Bericht über drei Ligen in drei Tagen – wobei UEFA-Cup ja eigentlich keine eigene Liga ist. Jedenfalls geht es um die sagenhafte Tour mit donnerstags VfB Stuttgart gegen Celtic Glasgow im UEFA-Pokal, freitags die Zweitligapartie Mainz 05 gegen den FC St.Pauli und als krönenden Abschluss samstags St.Pauli Amateure gegen Bergedorf 85 aus der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein. Als Mitte Dezember die UEFA-Pokal Auslosung diese Verbindung fußballerischer Höhepunkte ermöglichte, waren zwei Busse mit St.Pauli-Fans binnen weniger Stunden ausgebucht. Für mich war es eine Premiere im doppelten Sinne, denn es war die erste Auswärtsbusfahrt mit St.PaulianerInnen und mein erstes Spiel mit Beteiligung von Celtic Glasgow.
Um 4 Uhr in der früh klingelte am Donnerstag, dem 27. Februar 2003, der Wecker – eine reichlich unchristliche Zeit. Ich habe gut gefrühstückt und noch zwei Brote als erste Wegzehrung geschmiert – warteten doch 10 Stunden Busfahrt auf mich. Mit der ersten Fähre überquerte ich die Elbe und zehn Minuten vor dem geplanten Abfahrtstermin bin ich am Clubheim des FC St.Pauli eingetroffen. Die Begrüßung durch bekannte Gesichter macht schnell deutlich, dass wir mal wieder viel Glück mit dem Busfahrer haben – offensichtlich bemüht er sich mit zweifelhaften Humor und Erfolg, die Reisenden zu unterhalten. “Nein”, befindet er, “Rauchen ist in meinem Bus nicht erlaubt und die Getränke dürfen auf keinen Fall mit an Bord. Außerdem siezen sie mich bitte, denn ich möchte die Distanz zum Kunden wahren.” Cathrin vom Fanladen klärt die Lage ruhig und souverän – bestellt ist was anderes, also bitteschön.
Unzweifelhaft ist, dass der Busfahrer seine Ruhe haben will. So wird nur die obere Etage des Doppeldeckerbuses von uns bevölkert – der untere Teil wird als Lounge bezeichnet und dort darf niemand sitzen. Später werden wir was vom rollenden Gastronomiebetrieb witzeln und uns fragen, wie Gäste der Lounge während der Fahrt einsteigen können. Vor der Abfahrt macht der Busfahrer noch mal einen Kontrollgang, damit auch alle Mitfahrer angeschnallt sind!
Mit viertelstündiger Verspätung begann die Reise. Nach zehn Minuten dachte ich mir, dass es eine idiotische Idee war, diese Tour zu buchen. Erstens war für meine Beine sehr wenig Platz nach vorne und zur Seite konnte ich mich auch nicht entfalten, nahm doch nach meiner blödsinnigen Einladung ein nicht näher zu nennender Aufsichtsrat meines Lieblings-FCs neben mir Platz. Da dieser nach meiner vorsichtigen Schätzung bestimmt drei Stellen vor dem Komma auf die Waage bringt, fühlte ich mich wie eine ölsardine. Die Situation wurde etwas erleichternd, als il dottore AR einen Hebel fand, der seinen Sitz in die Wagenmitte verschob.
Da einige noch Hamburger Zeitschriften kauften wollten und andere nach wenigen Metern schon die zweite Flasche Alkohol geleert hatten und außerdem die Toilette des Busses noch eingefroren war, schafften wir den sagenhaften Rekord von 4 Stopps auf 150 Kilometer…
Zwischendurch erheiterte der freundliche Busfahrer noch mit seinen Mikrophondurchsagen. Einmal wollte er das “Fräulein Baumgarten” nochmals sprechen und das andere Mal forderte er Unterhaltung für sich: “Wenn jemandem langweilig ist, dann kann er gerne mal runterkommen und sich für einen netten Schnack zu mir setzen.”
Böse wurde er erst, als ein Mitfahrer bei einem Tankstopp auf seinen Fahrersitz Probe saß.
Trotz aller widrigen Umstände sind wir gegen 16 Uhr an der Stuttgarter Jugendherberge angekommen. Schnell wurden die Betten bezogen und schon befanden wir uns auf dem Weg in die Innenstadt. Wieso ausgerechnet die Capo der Passanten mit einigen Mitläufern die fünf Minuten Gehweg bergab mittels Taxi überbrücken mussten, bleibt schleierhaft.
Wir spazierten durch eine Stuttgarter Parkanlage, als ein Pärchen vor der malerischen Kulisse fotografiert werden wollte und uns auf englisch bat, dies mit deren Fotoapparat zu tun. Machten wir gerne und nach der Aktion bemerkte das Pärchen, dass wir Deutsche waren. Wer sich nun fragt, wieso wir auf Englisch angesprochen wurden, brauchte nur um die Ecke zu gehen – dort war der Schlossgarten von Stuttgart und der war an diesem Donnerstag nicht nur grün-weiß bevölkert, sondern erschallte immer wieder in englischsprachigen mehrstimmigen Chorälen. Mehrere tausend Celts aus der ganzen Welt feierten doch ihren Verein – Celtic Glasgow! Sogar aus Sydney und New York waren die Verrückten angereist. Deswegen auch im folgenden die Bezeichnung Celts, wenn ich von Celtic Glasgow Anhängern spreche. Der Begriff “Schotten” würde eindeutig zu kurz greifen!

Es war ein besonderes Happening mit vielen skurrilen Erlebnissen. Alle aufzuführen würde den Rahmen sprengen, aber einige sollen doch erwähnt werden.
Wurde das Totenkopfemblem von Celts erblickt, dann wurde man entweder von wildfremden Menschen mit einem fröhlichen “St. Pauli” auf den Lippen begrüßt oder es wurde nach Tauschmöglichkeiten gefragt. Einzelne Erlebnissberichte lassen darauf schließen, dass die Celts wirklich gerne gegen St.Pauli Utensilien tauschten – hoch im Kurs waren z.B. auch AFM-Pins. Bis zu sieben Bier wurden dafür geboten und gebracht – aber niemals verlangt. überhaupt hatte man keine Chance dem Charme und den fairen Tauschgeschäften zu entkommen.
Auch der Hinweis auf den Merchandising-Wagen vom FC St.Pauli wurde von Tauschwilligen ignoriert. Tauschen hat offensichtlich den höheren Stellenwert als kaufen.
Als wir um halb fünf diese Bühne betraten, waren übrigens die ersten Geschäfte schon bierleer. Die Celtic-Fans kaufen halt immer gleich kisten- bzw. steigenweise. Vom Pfand, dass da nach Abzug der Celts auf dem Platz rumstand, könnten einige ein Häuschen auf Mallorca bezahlen…
Schön war auch die Situation als Celts versuchten Polizisten ihre netten grünen Mützen zu klauen. Wilde Verbrüderung unter den “Grünen” waren allerdings die Folge, als ein Polizist, um seine Mütze wieder zu bekommen an dem Reißverschluss seiner Uniform nestelte, um den darin versteckten Celtic-Schal hervorzukramen. Genervte Blicke seiner Kollegen befreiten ihn wieder aus der Herzlichkeit der Celts.

Eine solch friedliche und freundliche Atmosphäre unter Fußballfans habe ich wirklich noch nie erlebt. Jedenfalls hat diese Atmosphäre auch die Stuttgarter Zeitungen angesteckt – am nächsten Morgen waren die regionalen Printerzeugnisse voller Lob für diese Zusammenkunft. Einzig der Rasen des Schlossgartens wurde zum Sonderpflegefall erklärt – wegen der fehlenden Toilettenhäuschen und dem biergestärkten Urin der Celts wird der Rasen vermutlich nie wieder grün werden…

Gegen fünf Uhr verließen wir den Platz und zogen zum Hauptbahnhof. In einer vollgepackten Bahn fuhren wir eine scheinbare Ewigkeit zum Stadion. Der Schweiß ran in Strömen, aber auch in dieser Enge entstand keine panischen Aktionen. Vielmehr wurde gesungen – was auch sonst. Ich habe mich jedenfalls nett mit mehreren Glasgowern unterhalten und neben Schnaps wurden auch Adressen getauscht.
Am Stadion endlich angekommen baten wir Polizisten um ein nettes Erinnerungsfoto vor einem großem Hinweisschild für die Celtic-Fans. Und dann kam das große Staunen über die tolle Organisation. Mussten die Celts von A nach B um zu ihren Plätzen zu kommen, mussten die VfB-Anhänger von B nach A. Von Fantrennung keine Spur – in der Bundesliga wohl unvorstellbar, war das an diesem Abend überhaupt kein Problem. Das nächste Wunder war dann die Einlasskontrolle – ich musste zwar dreimal meine Karte vorzeigen, aber zu Leibesvisitation ist es nicht gekommen. Cathrin kam sogar mit einer unkontrollierten Tasche in unserem Block an.

Eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn war der Celtic-Block zur Hälfte gefüllt, aber schon zu diesem Zeitpunkt war der Lärmpegel enorm. Im Gegensatz zu den unter deutschen Fußballanhängern üblichen kurzen Sprechchöre, gelangen den Celts allerdings auch die kompliziertesten Gesänge. Gerne wurde “Fields of Athenry” gesungen – um die Komplexität darzustellen, hier der Refrain:
Low lie the Fields of Athenry
Where once we watched the small free birds fly
Our love was on the wing
We had dreams and songs to sing
It’s so lonely ’round the Field of Athenry
Selbstverständlich wurde aber nicht nur der Refrain abgesungen, sondern auch alle Strophen mitgenommen. Ebenso oft wurde der Spieler Larsson gefeiert, der heute wegen einer Verletzung gar nicht mitspielte:
Oh Henrik Larsson,
my Henrik Larsson,
you make me happy when sky’s are grey
We could have Shearer,
but he’s a wanker,
so please don’t take my Larsson away.
Jedenfalls sollte der Geräuschpegel niemals zum Erliegen kommen – wenn die eine Ecke aufhörte, dann hatte die andere Ecke schon wieder einen neuen Gesang parat. So entstand ein wellenförmiger Gesangsteppich, der das Gänsehautgefühl verstärkte und an dem Gotthilf Fischer seine wahre Freude gehabt hätte.
Das Spiel ist schnell erzählt, denn nach 20 Minuten stand es 2 zu 0 für Celtic und die Stuttgarter hätten 5 Tore schießen müssen, um sich noch für die nächste Runde qualifizieren zu können. Nur einige St. Paulianer wurden nervös, als der VfB das 3:2 schoss und noch einen Lattentreffer hatten. Diese Fans hatten offensichtlich das 2:2 von Eisern Union gegen unsere Supertruppe vom letzten Wochenende noch nicht ganz verdaut…
Nach dem Spiel sang das ganze Stadion “You’ll never walk alone”, wobei die Celts das “Walk” und das “Alone” kurz singen und somit betonen – diese Variante gibt dem Lied eine angenehme Dynamik!
Die Spieler des VfBs standen jedenfalls lange am Spielfeldrand und hörten begeistert den Gesang der Celts zu, bevor sie sich auslaufen konnten.
Nach dem Spiel gab es nur eine Möglichkeit schnell wieder den Alkoholpegel auf ein erträgliches Maß zu heben. Im Stadion selbst war ja Alkoholverbot, aber direkt neben dem Stadion liegt das Clubheim des PSV – PolizeiSportVerein. Natürlich gibt es dort richtiges Bier. Das spornte Klaus zu ungeahnten Reimkünsten an. Zur Melodie von “Bella Ciao” dichtete er einen One-Day-Hit:
Stuttgart ciao, Stuttgart ciao, Stuttgart ciao, ciao, ciao,
dann schon lieber, zweite Liga,
hier möcht’ ich nicht begraben sein!
Auch schafften wir es das Clubheim zum Schweigen zu bringen, in dem wir “auf der Reeperbahn nachts um halb eins” sangen.
Irgendwann gingen wir wieder Richtung U-Bahn, um noch in die Innenstadt zu kommen, bevor Stuttgart die Bürgersteige hochklappt. Auf dem Weg zu Bahn montierten wir mit vereinten Kräften eines dieser überdimensionalen Celtic-Hinweisschilder ab. Nach viel Spaß mit unseren neuen Gesängen in der U-Bahn, zogen wir mit dem Riesenschild durch die Innenstadt. Vor jeder Kneipe arrangierten wir uns öffentlichkeitswirksam, was ein “Hail! Hail! The Celts are here” aus der Kneipe zur Folge hatte und wir uns mit “Sankt Pauli and the Celts are here” bedankten. Es wurden noch einige Fanutensilien getauscht beziehungsweise verschenkt und um ca. 1 Uhr lag ich in der Jugendherberge im Bett.
Am nächsten Morgen verlief die Abreise problemlos und wir bekamen sogar das Pfand für die Zimmer wieder – damit hatte Heiko nun wirklich nicht mehr gerechnet.
Während wir vor den Bussen auf die warteten, die nicht in der Jugendherberge übernachtet hatten, redete sich ein junger St.Paulianer um Kopf und Kragen – nachzulesen beim Oberbiber .
Jedenfalls waren wir so wieder um einen Gesang reicher, der uns auch den Tag über begleiten sollte.
Um kurz vor zwei trafen wir in der Mainzer Innenstadt ein und lieferten uns erstmal ein “Scheiß Sankt Pauli” Singgefecht mit den Reisenden des anderen Busses – sehr zur unserem Amüsement und der Verblüffung umstehender Mainzer.
Wir besetzten einen netten Platz am Gutenbergmuseum und begannen mit dem Aufkauf alkoholischer Getränke aus nahe liegenden Supermärkten. Ja, der Vortag hatte für unsere Weiterbildung gesorgt…
Völlig entspannt warteten wir bis es Zeit war zum Stadion zu wandern. Dabei muss man festhalten, dass Mainz an diesem Faschingsfreitag überhaupt nicht gut gelaunt war. Ich hatte das Gefühl, dass man den Bewohnern dieser Stadt schon sagen muss, wann es Zeit ist, sich zu amüsieren. Zwischen all den Vorbereitungen für den Rosenmontagszug wirkten wir mit unserer Fröhlichkeit völlig deplatziert.

Besonders schön wurde es, als jemand sein Akkordeon auspackte und wir Seemannslieder sangen. Allerdings muss ich gestehen, dass es einer Landratte wie mir überhaupt nichts nutzt den Text lesen zu können, aber von der Melodie keine Ahnung zu haben. Schön war es trotzdem und die Musik lockte wenigstens einigen Rentner ein Lächeln und mehr auf die Lippen.
Kurz vor fünf gingen wir Richtung Hauptbahnhof, um mit der Linie 64 Richtung Stadion zu fahren. Dort habe ich einige nette Mainzer getroffen, die als Elvis verkleidet waren und mir erzählten, dass sie ihre Brillen in Hamburg gekauft haben. Es sollte die letzte nette Begegnung mit Mainzer gewesen sein.
Bis zum Spielbeginn versammelten wir uns vor dem örtlichen Supermarkt, kauften und tranken die Bierregale leer und schnackten noch über die vergangenen Stunden.
Der Einlass war mal wieder völlig daneben – ein winziges Einlasstor und Ordner, die alle sehr genau abtasteten. Die verbotenen Wunderkerzen konnte ich trotzdem gemeinsam mit anderen reinschmuggeln.
Drinnen fragte ich zwei Polizisten, ob das im Stadion erhältliche Bier echt oder kastriert wäre. Auf die Antwort, dass es nur alkoholfreies Bier gäbe fragt ich nach, ob das Verbot des Alkohol etwas mit den gewaltbereiten St.Pauli-Fans zu tun hätte. Nein, wurde mir versichert, das hätte etwas mit Fasching zu tun. Bei der Fröhlichkeit, die uns in Mainz entgegengeschlagen war, ist diese Anordnung ein echter Witz.
Der Gästeblock besteht aus 4m Stehplatz, 3m Fluchtweg und erneut 4m Stehplatz – alles schön gekennzeichnet durch gelbe Linien, auf die die Ordner penibel hinwiesen. Ich versetze die Ordner in helle Aufregung, weil ich freundlich zu verstehen gab, dass das Konzept nicht aufgehen könne, da noch zu viele Fans vor den Toren stehen und Einlass begehren. Ein Ordner ging mal eben schauen, ob ich Recht haben könnte und plötzlich und überraschend wird der Fluchtweg für weitere Stehplätze freigegeben.

Ein kostümierter Stadionsprecher versucht sich bei uns mit Geschenken anzubiedern – aber ohne Erfolg. In der ersten Halbzeit passiert nicht viel, außer das Mainz die erste klare Möglichkeit hat. Der Schuss knallt glücklicherweise gegen die Latte. Incemann wird mit einer Kopfnuss ausgeknockt und weil er sich behandeln lässt von idiotischen Mainzern bei jeder Ballberührung ausgepfiffen. Ein Haupttribühnenbesucher erklärt den Vorfall mit den Worten, Incemann sei “unglücklich umgeboxt” worden. Eine Frechheit!
Als Blank einen Freistoß an die Latte zirkelt steht es 1:1 nach Lattentreffern und die erste Halbzeit kann abgehakt werden.
Kurz vor Ende der Pause entern einige Ordner und Securitys unseren Block und auf einmal gibt es Randale. Ein Fan soll rausgezogen werden, aber wir sind Schill erprobt und kopfschüttelnd ziehen die Ordner erfolglos ab. Eine völlig unnötige Provokation! Mehr findet ihr im aktuellen NRSA .
Die zweite Halbzeit beginnt mit einem Paukenschlag, denn Held schießt ein Tor und der FC führt mit 1:0. Die kurze Phase der Orientierungslosigkeit bei den Mainzern kann leider nicht zum Nachlegen eines Treffers genutzt werden. Dann beginnt die Drangzeit der Mainzer. Leider lässt sich unsere Mannschaft zu sehr hinten rein drängen und leider werden gewonnene Bälle planlos nach vorne gedroschen. So kann keine Ruhe in Spiel und Mannschaft kommen und es fällt der Ausgleich. Grausam, dass der Stadionsprecher die Fans bei Ecken der Mainzer aufpeitscht.
Die Unterstützung unserer Mannschaft durch die St.Pauli-Fans war an diesem Abend grandios. Ich habe mit ca. 2000 anderen 90 Minuten fast ununterbrochen alles gegeben, was meine Stimmbänder noch zugelassen haben. Nur Mitte der zweiten Halbzeit hingen wir alle etwas durch, aber da sprangen die Mitgereisten Celts uns mit ihren Gesängen zur Seite. Furios und der letztendliche Beweis, dass Fanfreundschaften sehr wohl in beide Richtungen funktionieren – waren doch ca. 300 Celts mitgereist!
Nach dem Spiel deckten sich einige von uns wieder mit St.Pauli-Fansachen ein, denn die meisten Stuttgart-Fahrer hatten dank des Tauschens nichts braun-weißes mehr…
Im Bus sangen wir “Fields of Athenry” und übersetzten unter großem Gelächter spontan “Henrik Larsson”:
Oh Henrik Larsson, mein Henrik Larsson,
Du machst mich glücklich, wenn der Himmel ist grau,
wir könnten Shearer haben, aber das ist ein Wichser,
bitte nimm mir mein Larsson nie weg.
Während 25 Jahre “Tor des Monats” schlief ich dann ein. In Göttingen macht wir die Raststätte noch mal kurz mit Gesang unsicher – immerhin traf fast gleichzeitig der USP-Bus ein. Im Dunkeln entdeckten wir dann den Mannschaftsbus unserer Helden. Eine kleine Gruppe zog dorthin um einen Bustausch vorzuschlagen. Das führte bei einigen Spielern zu einem Lächeln, aber die meisten haben uns nicht beachtet. Patsche stapfte sehr sauer an uns vorbei – durfte er doch heute nicht spielen. Wenigstens kamen die Mädels von unserem Bezirksligateam noch in den Genuss eines Gesprächs mit einem Spieler der ersten Mannschaft.
Um 4 Uhr traf unser Bus in Hamburg ein und um 5 Uhr lag ich in meinem Bett. Eine tolle 49-stündige Fahrt ging zu Ende, die der Fanladen wirklich hervorragend und vorbildlich organisiert und durchgeführt hat. Ein herzlicher Dank geht natürlich auch an alle MitfahrerInnen, die diese Fahrt zum stress- und reibungsfreien Vergnügen gemacht haben.
Ein spielerisches Highlight sollte aber noch folgen. Schließlich spielte am Samstag dann die noch ungeschlagene Oberliga-Mannschaft gegen Bergedorf. Das wurde allerdings nicht der schöne Abschluss, denn die Mannschaft spielte unglücklich und verlor 0:3 durch saubere Konter der Elstern. Schlecht war übrigens unser Support – es waren wohl zu viele Stimmbänder von den vergangenen Strapazen überansprucht. Nett war allerdings der Gesang bei der Einwechslung von Philip Albrecht:
Oh Philip Albrecht, my Philip Albrecht,
you make me happy when sky�s are grey
We could have Bester,
but he’s a wanker,
so please don’t take my Albrecht away.
Großes Gelächter dann noch bei der Lautsprecherdurchsage von Knut bezüglich eines Rollers, an dem noch Licht brenne: der Roller hatte das amtliche Kennzeichen “HSV” …
Ein herzlichen Dank, dass ich die Bilder hier veröffentlichen durfte, geht an:
West-Brigade
Blödes Volk
Green Pages
www.groundhopping.de



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