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Triumph Sprint ST: Umbau bei 29000km :: Fahrwerksoptimierung

22. May 2003 — Zuletzt bearbeitet: 24. November 2006 | 3783x gelesen

Dieser Wunsch reifte lange in mir – und lange mußte ich darauf sparen: eine Fahrwerksoptimierung für meine Sprint ST. Natürlich bin ich damit zum Fachmann meines Vertrauens gegangen: Thomas Harms und seine Leute von 2wheel. Wenn die ihre Finger ins Bike stecken, kommt eigentlich immer was vernünftiges bei raus – aber das der Unterschied so groß ist, hätte ich nicht gedacht!
Aber der Reihe nach…

Die Ausgangssituation

Im Sommer letzten Jahres habe ich mir ja schon bessere Gabelfedern gegönnt. Die Originalfeder sind einfach viel zu weich. Die White-Power Gabelfedern bringen zwar ein Verbesserung, aber ein Hauptmanko der Gabel bleibt das Losbrechmoment. Da an der Gabel nur die Vorspannung zu verändern ist, ist ein optimales Einstellen äußert schwierig.
Zuletzt hatte ich das Problem, dass bei zwei sichtbaren Ringen die Gabel bei Bremsmanövern durchschlug und bei einem sichtbaren Ring die Gabel zu hart war. Irgendwie nix halbes und nix ganzes…
Desweiteren vollführt das Hinterrad auf schlechter Piste schöne Känguruhsprünge, die dem Grip und dem Wohlbefinden des Fahrers nicht eben zuträglich sind. Nimmt man aber eine Einstellung vor, die nicht ganz so sportlich ausgerichtet ist, hat man zwar keine Sprünge mehr, doch das Bike fühlt sich insgesamt zu schwammig an.

Die ausgeführten Arbeiten

Die Gabel wurde komplett auseinandergenommen, zerlegt und gereinigt. Die Gleitringe wurden erneuert, da die alten nach fast 30000km halbseitig blank waren. Ein deutliches Indiz für die Verspannung in der Führung der Gabel und deswegen des schlechten Losbrechmoments.
Eine Möglichkeit die Gabel härter zu machen, wäre der Einbau von längeren Vorspannhülsen gewesen. Nach etlichen Test wurde von dieser Möglichkeit aber Abstand genommen, denn das hätte das eigentliche Problem nicht behoben. Auch wurde wieder das Originalöl mit 7,5er Viskosität eingefüllt. Eine Veränderung der Viskosität hätte die Dämpfungseigenschaft der Gabel verändert, die aber in Ordung war. Aber um das Durchschlagen der Gabel zu vermindern wurde 10mm mehr öl eingefüllt!

Eine größere Sache war der Einbau eines neuen Federbeins. Aus Kosten- und Servicegründen entschied ich mich auch hier für White Power. öhlins wäre bei gleicher Funktionalität ein Drittel teurer gewesen, Wilbers verschickt keine Einzelteile, was zur Folge hat, dass auch bei kleinen Defekten das komplette Federbein eingeschickt werden muss. Das ist nicht nur teurer, sondern dauert auch länger – und da ich mein Bike fast täglich bewege, ist das für mich ein Ausschlußkriterium!
Der Einbau des volleinstellbaren Federbeins erwies sich jedoch als äußerst kompliziert. Das Originalbein konnte nicht nach unten weggeführt werden – was sicherlich die einfachste Lösung gewesen wäre – weil dafür nicht nur Auspuff, sondern auch Krümer hätten abgebaut werden müssen. Die Gefahr den hinterher nicht wieder richtig dicht zu bekommen ist aber relativ groß. Also mußte der Aus- und Einbau von oben stattfinden. Dafür muß nicht nur der Tank nach vorne versetzt werden, sondern auch das Heck abgesenkt werden!
Das nächste Problem bestand darin, für den Ausgleichsbehälter einen adequaten Platz zu finden. Der Schlauch ist nämlich eigentlich zu kurz. Logisch, dass der Mitarbeiter von White Power, der weiterhelfen könnte, erst am nächsten Tag wieder aus dem Urlaub kam. Nun ist der Behälter fein säuberlich unter die Verkleidung verlegt worden. Das hat den Vorteil, dass von Aussen am veränderten Fahrwerk nur die weisse Feder vom Federbein zu sehen ist. Und wer genau hinschaut sieht auch noch den größeren Durchmesser der Feder ;)

Zum Schluß wurden die neuen Elemente noch auf mich abgestimmt. Nach ca 1000km haben sich die Federn soweit “eingearbeitet”, dass eine endgültige Einstellung gefunden werden kann.

Das Ergebnis

Nach nun 500km mit den neuen Fahrwerkselementen kann ich folgendes feststellen:
Das Bike ist insgesamt spürbar handlicher geworden und dabei nicht kippeliger! Das Motorrad liegt viel ruhiger auf der Strasse und das Gespür im Gesäß für die Strasse ist viel feinfühliger. Die Gabel spricht wesentlich sensibler an, aber bei Vollbremsungen geht sie nicht auf Block! An meiner Gabel sind nun wieder 4 Ringe sichtbar. Bei schnellerer Gangart habe ich das Gefühl, als wenn sich mein Mopped mit steigendem Tempo “versteifen” würde! Insgesamt habe ich nun ein wesentlich besseres Empfinden für meine Schräglage und die Reserven.
Ein kurzes Beispiel: auf meiner Hausstrecke kenne ich jede Kurve und weiß, wie schnell ich die durchfahren kann, um Spaß zu habenund trotzdem darauf Rücksicht zu nehmen, dass ich Beteiligter am öffentlichen Strassenverkehr bin. Mit meinem neuen Fahrwerk bin ich immer wieder überrascht, wenn ich auf den Tacho schaue. Wesentlich entspannter nehme ich nun die Kurven und kann jederzeit den Kurvenradius verändern. Allerdings fahre ich nun ca 10km/h schneller durch die Kurven…

Mein Fazit

Es ist der helle Wahnsinn, wie dieser Fahrwerksumbau mein Empfinden für mein Bike verbessert hat. Der Kontakt zwischen Strasse und Reifen ist spürbar öfter vorhanden und gibt mir wirklich ein besseres und sicheres Gefühl!
Dieser Umbau ist jeden Cent wert. Allerdings beträgt der Komplettpreis auch fast 1100 Euro.
Vielen Dank nochmal an Thomas Harms und seine Leute, die wirklich eine hervorragende Arbeit geliefert haben!

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Kategorie: Triumph Sprint ST

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2 Kommentare

  1. Hallo!!Bin heute erst auf diese Webseite gestoßen und als ST-Fahrer finde ich deine Aufzeichnungen echt super!! Bin eben erst von ner 99iger auf ne 02er ST umgestiegen.Schon bei der “alten” hätte ich ne Fahrwerksoptimierung für sinnvoll und wichtig erachtet,aber bei der neuen werde ich es jetzt wahrscheinlich auch wirklich machen!Wäre super,könntest du mir mitteilen,welches WP-Federbein und welche Gabelfedern du verbaut hast!?
    Danke einstweilen und weiter so!!

  2. Moin Herbert,

    viel Spaß mit der ST! Das damalige WP-Federbein gibt es nicht mehr, aber solange Du Dir Deine Fahrwerkskomponenten vom Profi einstellen lässt solltest Du egal mit welchem Nachrüstbein (Wilbers, WP, Öhlins) wesentlich besser zurecht kommen.

    Grüße
    Stefan

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