Geocaching
30. May 2003 — Zuletzt bearbeitet: 24. January 2006 | 2890x gelesen
Da dieses neue Hobby (es wurde ja erst durch das Abschalten der selektiven Ungenauigkeit durch die Clinton Administration Anfang Mai 2000 ermöglicht) auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet, wollte ich nun mal meinen ersten eignen Schatz finden – einen Cache heben!
"Geocaching lässt sich am besten als eine Art moderner Schnitzeljagd beschreiben. Kurz und generalisiert gefasst: Es gibt Leute, die verstecken irgendwo Dosen voller kleiner netter Dinge sowie einem Logbuch. Und veröffentlichen das Versteck in Form von Koordinaten im Internet.
Dies lesen andere, merken sich die Koordinaten und nutzen ihr GPS-Gerät, um die Schätze zu finden. Dann wird eine Kleinigkeit aus dem Inhalt ausgetauscht und der Besuch geloggt und die Dose wieder an derselben Stelle versteckt – für den nächsten…" – so steht es auf der Website www.geocaching.de
Da dieses neue Hobby (es wurde ja erst durch das Abschalten der selektiven Ungenauigkeit durch die Clinton Administration Anfang Mai 2000 ermöglicht) auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet, wollte ich nun mal meinen ersten eignen Schatz finden – einen Cache heben!
Also habe ich mir mit Hilfe einer interaktiven Karte vom Großraum Hamburg einen schönen Cache ausgesucht, den ich mit einer kleinen Moppedtour verbinden konnte. Es sollte der Cache "Bück Dich" sein, direkt an der schönen Este gelegen. Die Koordinaten des Caches lauten N 53° 24.843 E 009° 40.977 (WGS84). Noch zu Hause am Computer habe ich diese Koordinaten in mein Magellan-GPS manuell eingegeben. Laut Beschreibung des Caches sollte die Anfahrt ab Daensen erfolgen. Also habe ich mir noch schnell mit dem Tourenplaner eine Route berechnen lassen und mit GPSRoute die Daten auf mein GPS-Empfänger gespielt. Route aktiviert, aufs Mopped geschwungen und los gings.
In Daensen angekommen, habe ich einen Parkplatz gesucht und bin dem Richtungspfeil zum Cache auf der Kompassseite meines GPS-Gerätes gefolgt. Fast 900m sollten es noch sein. Nach wenigen Metern habe ich auf die Kartenansicht umgeschaltet, um festzustellen, dass es noch einen anderen Weg geben muß. Wenn ich mich über Moisburg annähern würde, dann sollte ich eigentlich näher drankommen und somit weniger Lauferei haben. Zwar ist gegen einen schönen Spaziergang nichts einzuwenden, aber in Moppedklamotten und bei schattigen 25 Grad, vermeide ich gerne überflüssige Meter zu Fuß.
Also schwang ich mich wieder aufs Mopped und weiter gings. Tatsächlich funktionierte mein Plan und ich konnte mein Mopped abstellen, als mein GPS-Empfänger anzeigte, dass es noch 200m bis zum Cache sind.
Da Geocacher naturverbunden sind und Natur nicht nutzlos kaputt machen, war mir klar, dass der Cache in der Nähe eines Weges sein müßte. Querfeldein würde mich der Schatzleger bestimmt nicht schicken – zumal sich der Cache in einem Landschaftsschutzgebiet befindet. Trotzdem war das Finden des Caches alles andere als leicht. Erstens gibt es viele Wege, aber nur einer führt zum Ziel. Zweitens bedeuten 200m Luftlinie mindestens 500m zu laufen. Drittens kann man dem Weg bei der Gabelung nicht immer ansehen, in welche Richtung er tatsächlich führt. Viertens liegt der Cache an einem Bach – aber auf welcher Uferseite?
Ich spazierte also bald hierhin und bald dorthin immer mein GPS-Gerät im Blick. Als es nur noch 50m waren stieg mein Puls. Der Bach plätscherte neben mir, als ich hoffte auf der richtigen Seite zu sein. Irgendwann kam ich an einen Punkt, bei dem mir klar war, dass der Cache hier irgendwo versteckt sein müßte. Der Satellitenempfang war nicht besonders toll, da über mir ein dichtes Blätterdickicht war. Langsam habe ich mich im Zickzackkurs bewegt, um immer näher an die entsprechenden Koordinaten zu kommen. Da der Cache "Bück Dich" heißt, schaute ich natürlich hauptsächlich auf den Boden. Da ich schon einiges über Geocaching gelesen und gesehen hatte, konnte ich das Versteck förmlich riechen. Trotzdem war ich hocherfreut und glücklich, als ich ein kleines Stück eines Deckels einer Plastikdose erkennen konnte. Grandios! Sowas sieht kein normaler Wanderer.
Der Cache selbst war in einem sehr guten Zustand. Ich habe mich mit wenigen Zeilen in das Logbuch eingetragen und habe eine Kleinigkeit in den Cache getan. Natürlich habe ich den Cache wieder fein säuberlich verschlossen und an die alte Stelle gelegt.
Nassgeschwitzt und glücklich gings zurück zum Mopped.
Fazit: Geocaching hat Suchtpotenzial! Man entdeckt neue Gegenden, hat ein Ziel und muß sich etwas erarbeiten. Im Vorbeigehen findet man nämlich nix. Probiert es mal selber aus, aber beschwert euch hinterher nicht, dass ich nicht gewarnt hätte…
Ach ja, zum Schluß noch ein Tipp: vergesst nicht einen Wegpunkt dort zu setzen, wo ihr euer Gefährt zuletzt verlassen habt – sonst habt ihr von einem sehr wertvollen Cache keine Koordinaten




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