Anfängerinfos :: Internet-Kurs Teil 2
31. October 2003 — Zuletzt bearbeitet: 17. October 2006 | 1219x gelesen
Der zweite Teil meines Vortrages für die Katzenleute: diesmal geht es um die Erstellung von Homepages und die häufigsten Fehler…
Homepages zu erstellen ist heute viel zu einfach – und so sehen die Seiten dann auch aus. Mit komfortablen Programmen werden einige Objekte zusammengeschoben und online gestellt – fertig ist die Homepage. Dann noch schnell mit kostenlosen Tools in 250 Suchmaschinen eintragen und warten auf Besucher, die den lustig animierten Counter in die Höhe treiben. Spätestens nach drei Wochen wird der Undank der Welt angeprangert, weil niemand die eigene Homepage betrachten will. Falsch! Solche Homepages betrachtet jeder Besucher maximal einmal und kommt dann nie wieder – und das mit Recht! So jedenfalls wird der Counter auch bald keine Lust mehr haben höhere Zahlen anzugeben, als noch vor einer Woche…
Wenn Du eine Homepage ins Internet stellen willst, dann mußt Du Zugang zu einem Rechner bekommen, der immer mit dem Internet verbunden ist. Diese Rechner heißen Server. Viele ISPs bieten im Onlinezugang auch gleich Speicherplatz auf einem Server an. Das reicht in den meisten Fällen für den Anfang. Wenn Du mehr Speicherplatz brauchst oder gar eine eigene Domain, dann mußt Du Dir ein Webhoster suchen. Webhoster heissen so, weil sie Server, die eine Verbindung ins Web haben, bereitstellen (engl: hosten (frei übersetzt)). Auch solche Angebote können kostenlos sein, aber sobald Du bestimmte Wünsche hast, wirst Du Geld bezahlen müssen. Das ist auch logisch, denn die Datenübertragung der Server ins Internet kostet viel Geld – und jedes Mal, wenn jemand Deine Homepage besucht, dann fallen diese Datenübertragungskosten an. Egal ob automatisch dabei oder bezahlt bei einem Webhoster, Du bekommst auf einem grossen Server einen kleinen Teil der Festplatte zugewiesen, auf dem Du dann mit einem FTP-Progamm die Daten von Deinem heimischen Rechner auf den Server überträgst. Sind die Daten hochgeladen, dann hast Du Deine eigene Homepage, die sich jeder weltweit anschauen kann.
Allerdings müssen die Daten, die Deine eigene Homepage ausmachen, in einem bestimmten Format geschrieben sein – HTML! Nur diese Dateien können von einem Homepageseitenbetrachtungsprogramm – kurz: Browser – interpretiert und dargestellt werden! (Achtung: stark vereinfacht!) HTML ist eine sehr einfache Auszeichnungssprache, die jeder erlernen kann und für die keine speziellen Programme benötigt werden – Du kannst Deine erste Homepage mit jedem Editor (Notepad, SimpleText, Textedit) schreiben. Auszeichnungssprache bedeutet, dass bestimmte Bereiche Deiner Homepage ausgezeichnet werden, z.B. den Titel der Seite mit <Title>Titel der Seite</Title> – achte auf die Symmetrie der Auszeichnung.
Alles, was Du über HTML wissen mußt, findest Du auf dieser Seite bzw in diesem Buch. Beide Angebote sind identisch!
Bevor Du nun eine Homepage erstellst, solltest Du Dir folgende Fragen beantworten: für wen machst Du die Seite, wie umfangreich soll die Seite werden und wie lautet das Thema? Wenn du die Seite nur für Dich machst, dann brauchst Du hier nicht weiterlesen – mach doch was und wie du willst! Sollen sich andere Menschen die Seite anschauen, dann solltest Du einige Punkte beachten, die ich im Weiteren ausführe. Den Umfang der Seite solltest du großzügig abschätzen, denn Du brauchst eine Navigation, damit auch alle Seiten vom Besucher erreicht werden können. Es macht also keinen Sinn, wenn Deine Navigation mit Deinen Kindern aufhört, wenn Du auch Deine Enkel noch beschrieben willst! Das Thema der Seite ist wichtig für das Design der Seite. Eine Seite über die aktuelle Rechtsprechung sollte deutlich sachlicher erscheinen, als eine Seite über die schönsten Ideen für Kinderfeste.
Die Navigation ist das Herzstück Deiner Seite – ohne eine funktionierende Navigation kann auf Deiner Seite niemand von einer Seite zur anderen kommen. Sorge dafür, dass Deine Navigation immer funktioniert! Das bringt mich zu einer grundsätzlichen Anmerkung: das komplette Internet wurde darauf ausgelegt, Informationen zu verbreiten – und zwar so, dass jeder darauf zugreifen kann. Es ist nicht nur aus diesem Grund überhaupt nicht einzusehen, wieso es immer noch Seiten gibt, die eine bestimmte Bildschirmgröße vorschreiben oder sogar einen bestimmten Browser!
Wenn ich auf eine solche Seite komme, bei der ich horizontal scrollen muß, um überhaupt den Titel lesen zu können, dann ist nicht mein Bildschirm zu klein, sondern der Titel zu groß! Hinweise auf Webseiten a la “beste Darstellung mit 1280×960 Pixel” sind abzulehnen – warum muß ich mir einen 19 Zöller kaufen, um diese eine Webseite zu brachten, wenn ich mit meinem ollen 15 Zöller bis jetzt gut hingekommen bin? Was ist die Wahnsinns – supergeile – Information, die es rechtfertigt, dass ich dafür einen neuen Monitor brauche? Was ich von Seiten halte, auf denen ein “best viewed with Internet Explorer” prangt, muß ich vermutlich nicht erwähnen. Das ist auch der Grund, wieso ich die Finger von Frontpage lassen würde. Microsoft macht Microsoft Programme für Microsoft Produkte – mit einem offenen und für jedermann zugänglichen Internet hat das nichts zu tun! Davon abgesehen, erstellen solche Editoren grauenhaften Sourcecode, was wieder andere Probleme mit sich bringt. Akzeptabel sind allerdings Dreamweaver und GoLive. Grundsätzlich gilt, dass Du HTML erlernen solltest und nicht, wie ein Programm funktioniert. Editoren sollten immer nur Hilfen sein, aber niemals Deine Kreativität in Richtungen lenken.
Der nächste tödliche Fehler sind sogenannte Plugins. Eine Seite, die mich wie nebenstehende begrüßt, werde ich nie wieder aufrufen! Baue Deine Seiten so, dass jeder sie mit allen Browsern betrachten kann! Du wirst es nie hinbekommen, dass eine Seite in allen Browsern und auf allen Betriebssystemen gleich aussieht, aber darunter muß ja der Informationgehalt nicht leiden. Wenn ich eine bestimmte Information nur auf eine bestimmte Art darstellen kann, dann muß ich den Benutzer darüber aufklären, was er verpasst, wenn er sich jetzt nicht das bestimmte Plugin beschafft. Ich persönlich bewerkstellige sowas immer dadurch, dass ich dann schreibe, was z.B. in einem Film zu sehen ist, wo ich ein kostenloses Betrachtungsprogramm herbekomme und wie groß die Datei des (in diesem Beispiel) Films ist. Dann kann der Besucher selbst entscheiden, ob er sich das entsprechende alles besorgen will oder eben nicht!
Absolut tödlich ist es natürlich, wenn dann auch noch die Navigation nur mit solchen Plugins funktioniert. Das würde ich niemals tun! Wenn die Navigation das Herzstück Deiner Webseite ist, dann sorge dafür, dass das Herz immer schlägt. Das einzige Plugin, das zu über 95% verbreitet ist, heißt JavaScript und ist eigentlich kein Plugin – aber trotzdem würde ich die Navigation niemals allein durch JavaScript auf die Homepage bringen.
Der nächste Punkt beginnt wieder mit der Sichtweise des Besuchers der Homepage und greift auf eine wenig Statistik zurück: Untersuchungen haben ergeben, dass beim Aufrufen einer Homepage nur ca 5 Sekunden gewartet wird – wenn sich in diesen 5 Sekunden nichts tut, dann wird weitergesurft. Außerdem schaut sich der durchschnittliche Besucher ziemlich genau drei Seiten an, bevor er zur nächsten Adressse surft – der Schnitt von drei Seiten hat nichts mit der Qualität der Homepage zu tun!
Betrachten wir nun die erste Feststellung etwas genauer. Viele Leute sind immer noch mit einem Modem online. Gehe wir nun mal von einem sehr schnellen Modem bzw normaler ISDN-Geschwindigkeit aus, dann beträgt die übertragungsrate oftmals ca 8kb/s. Es gibt zwar einige Faktoren, die die übertragungsgeschwindigkeit, sowie die Darstellungsgeschwindigkeit auf dem Rechner beeinflußt, aber mit einer einfachen Faustregel können wir davon ausgehen, dass die Startseite (und am besten auch alle anderen Seiten meiner Webseite) maximal 40kb groß sein darf, denn 5 Sekunden mal 8kb/s ergibt diesen Wert. Wenn ich diesen Wert einhalte, dann habe ich zumindest von meiner Seite aus alles getan, dass der Besucher auf meiner Seite was zu sehen bekommt. 40kb sind wahrlich nicht viel! Denn viele Homepagebesitzer verschenken viel Speicherplatz, weil sie ihre Bilder nicht vernünftig komprimieren. 40kb sind eine knappe Grenze, denn sie sind inklusive der Text, Bilder und Hintergründe einzuhalten. übrigens: JavaApplets erzeugen zwar oftmals schöne Effekte, aber sie zögern die finale Darstellung des Seite unnötig hinaus. Fazit: überlege Dir genau, was auf Deine Startseite kommt! Sie darf nur wenige Kilobytes groß sein und muß Deinen Besucher trotzdem für Dein Thema und Deine Webseite interessieren!
Die zweite Feststellung ist genauso wichtig, denn sie macht Dir deutlich, dass Du nur drei Seiten Zeit hast Deine Geschichte oder Dein Thema “an den Mann zu bringen”. übrigens kannst Du den Besucher nicht überlisten in dem Du nur eine Seite machst und da alles drauf schreibst – abgesehen von der übersichtlichkeit beträgt die durchschnittliche Verweildauer ca 5 Minuten auf einer Webseite. Wie kannst Du nun die Verweildauer auf Deiner Webseite entscheidend verkürzen? Wenn Du unbedingt Musik auf Deine Homepage packen willst – wofür mir nur dann ein Grund einfällt, wenn das das Thema Deiner Seite ist – dann sorge trotzdem unbedingt dafür, dass die Musik auszuschalten ist! Stell Dir vor jemand interessiert sich wirklich für Deine Seite und will einen Text lesen, der ihn vielleicht 5 Minuten wert ist – aber ihm gefällt die Musik nicht? Wird er erst umständlich nach dem Lautstärkeregler seines Rechners suchen oder liest er den Text dann vielleicht doch nicht? Wie würdest Du reagieren?
Ein weiterer schlechter Effekt ist, wenn schon auf Deiner Startseite ein Link zu einer anderen Webseite ist – diese ganzen Webringe sind zwar eine nette Idee, aber wenn ich auf eine Seite zu einem Thema komme, das mich interessiert, aber ich finde die Aufmachung Deiner Webseite nicht gut, dann nutze ich gerne den Webringlink und schwupps bin ich auf einer anderen Seiten, deren Aufmachung mir vielleicht besser gefällt!
Und wie verlängere ich die Verweildauer auf meiner Webseite? Wenn Du die schon angesprochenen Dinge berücksichtigt hast, dann sorge außerdem dafür, dass Deine Startseite übersichtlich in das Anliegen Deiner Webseite einführt. Die wichtigsten Infos auf Deiner Webseite sollten verlinkt sein. Die Navigation sollte leicht verständlich und immer an der gleichen Stelle sein! Die wichtigsten Infos gehören in den sichtbaren Bereich des Bildschirms – viele Leute sind zu faul zum Scrollen bzw überlesen beim Scrollen wichtige Informationen. überprüfe regelmäßig Deine Links, damit sie nicht ins Nirwana führen.
Bevor Du die URL Deiner Homepage in weite Welt verschickst, überprüfe Deine Homepage mit mehreren Browsern und geleertem Browsercache! Die Laufschrift auf nebenstehendem Beispiel ist sicherlich nett gemeint, aber warum darf ich das nur halb lesen?
Es wird von Anfängern gerne vergessen, dass die Webseiten auf Unix-Servern gehostet werden. Dort ist im Gegensatz zu Windowssystemen die Schreibweise der Dateinamen eindeutig – achte also auf die Groß- und Kleinschreibung der Daten. Gib den Daten Namen, die auf Unix-System fehlerfrei funktionieren – also keine Namen mit Leerzeichen oder Punkten drin! Wenn Du (was sinnvoll ist) mit Unterverzeichnissen arbeitest, dann achte auf das richtige Trennzeichen – nur “/” führt zum Ziel!
überprüfe die Angaben zur Datei – viele Anfänger vergessen, dass nur Dateien, die auf dem Server liegen bei einer Webseite zur Ansicht kommen. Es nutzt also nichts, wenn ich ein Bild mit xsrc=”C:BilderBoris am 2.3.03.bmp” angebe, denn erstens kann ich als Besucher Deiner Webseite nicht das Bild auf Deiner Festplatte sehen, zweitens werden bestimmte Browser an den “” verzweifeln und drittens an Leerzeichen, denn damit der Unix-Server damit was anfangen kann, macht er da ein Boris%20am%202.3.03.bmp draus – da Du aber diesen Namen anders geschrieben hast, wird das Bild nicht dargestellt werden. Schlußendlich ist es eine Katastrophe ein Bild als bmp, als Bitmap, auf die Webseite zu packen, denn erstens ist das ein Windowsformat, dass sonst kein Betriebssystem in einem Browser darstellen kann und zweitens werden die Bilddaten nicht komprimiert und das macht die Datei unnötig groß. Bilder sind immer im jpg oder gif-Format auf eine Webseite zu packen und dabei genügt eine Auflösung von maximal 96ppi – 72 reichen auch!
Das Fatale bei all diesen kleinen Punkten ist, dass beim überprüfen der Webseite diese Fehler nicht auffallen – denn der Browser ist intelligent und kann zum einen auf die eigene Festplatte zugreifen und zum anderen schaut er in seinem Cache nach, ob er die Seite nicht schon mal angezeigt hat.
Fazit: Das Erstellen einer Homepage wird durch entsprechende Editoren viel zu einfach gemacht! Gute Webseiten wirst Du nur erstellen können, wenn Du Dich um Grundkenntnisse kümmerst und Dich immer wieder auf die Seite des Betrachters schlägst. Kümmere Dich um die leicht erlernbare Sprache HTML, sonst wirst Du niemals eine wirklich gute Webseite erstellen!



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Sunday, 19. November 2006
ein wirklich guter artikel: informativ auch für den technisch (noch) unbedarften leser. hat mir schon einstück weiter geholfen. danke dafür