Triumph Sprint ST: 49644km :: Der letzte Garantiefall
23. March 2004 — Zuletzt bearbeitet: 24. November 2006 | 3823x gelesen
Seit einigen Tagen bemerkte ich beim Ampelstopp ein zartes Knacken in der Gabel – klarer Fall, das ist das Lenkkopflager, eine bekannte Krankheit bei den Triumphbikes. Da war also doch noch ein Teil, was noch nicht getauscht worden war – dazu ist es aber nicht mehr gekommen…
Schon vor einiger Zeit reifte die Überlegung, dass die Sprint ST mich nicht mehr so richtig glücklich macht. In den letzten 8tkm ist sie doch sehr unzuverlässig geworden. Und ich hätte jetzt auch nochmal viel Geld reinstecken müssen: Inspektion, neue Reifen und neue Bremsscheiben. Zuverlässiger wäre die Sprint ST deswegen aber wahrscheinlich auch nicht geworden. Dazu kommt noch der erhöhte Spritverbrauch seit dem Einbau des Leerlaufschrittmotors.
Da ich mein Motorrad täglich benutze, sind das durchaus Probleme, die einer Lösung bedürfen. Da kam mir das Angebot meines T-Dealers gerade recht: ich könnte für wenig Geld die Vorführsprint erstehen. Schon seit längerem liebäugelte ich allerdings mit einer Daytona – und siehe da: für nur wenig Geld konnte ich eine neue Daytona aus dem Modelljahr 2003 bekommen.
Nach einer ausführlichen Probefahrt stand der Entschluß fest und die Verträge wurden unterschrieben.
Als ob die Sprint ST das bemerkt hätte, kam dann plötzlich das Knacken vom Lenkkopflager. Aber das habe ich dann bewußt ignoriert.
Am Montag, dem 22. März, konnte ich die Daytona abholen und noch auf dem Weg zum Moppedtausch zickte die ST rum: an einer Ampel stieg auf einmal weißlicher Qualm vorne vor meinem Gesicht hoch und es roch leicht nach öl. Kinners, ich war echt völlig entnervt und habe nur noch gehofft, dass sie bis zum Händler noch durchhält.
Fazit: Nach fast zwei Jahren (710 Tage) und 49644 Kilometern (ca. 70km/Tag) bleibt festzuhalten, dass die Vielzeitigkeit der Sprint ST unerreicht bleibt. Geringer Verbrauch (5,5l/100km), guter Durchzug (unter 7 Sekunden von 60 auf 160km/h im 4. Gang), riesige Zuladungsmöglichkeit (275kg vollgetankt), prima Topspeed (echte 244km/h) und ein guter Sound muß man erstmal auf einem Bike vereinen. Wenn Triumph da noch ein ABS draufpackt, wüßte ich nicht, wieso man dieses Motorrad nicht kaufen sollte. Es läßt sich genauso gut beim Stadtbummel, wie auf dem gemütlichen Landstrassentörn, als auch auf der Rennstrecke bewegen. Auch große Entfernungen können mühelos zurückgelegt werden. Ich bin manchmal 400km in den Alpen gefahren, ohne einen viereckigen Arsch zu bekommen. Einziges Manko sind die Federelemente, die nur für den Hausgebrauch ausreichen, aber nicht für anspruchsvolleres Fahren.
Ich habe zwar etwas Pech mit diesem Motorrad gehabt, würde es aber trotzdem jederzeit weiterempfehlen.





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