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Mit dem Elbe-Racing-Team auf dem Heidbergring

27. May 2004 — Zuletzt bearbeitet: 17. October 2006 | 2952x gelesen

Was eignet sich besser zur Eingewöhnung an ein fast neues Bike? Richtig: ein Rennstreckentraining. Der Heidbergring im Osten Hamburgs ist eine recht kleine Strecke, der Begriff "Rennstreckentraining" ist deswegen vielleicht etwas hoch gegriffen. Aber die Strecke bietet auf engstem Raum alles, was das Kurvenherz begehrt…

Zum persönlichen Start in meine Rennstreckensaison 2004 hat sich das Training auf dem Heidbergring optimal angeboten. Seit wenigen Tagen darf ich das komplette Drehzahlband meiner Daytona ausnutzen und als registriertes Mitglied bei Sportbiker-Nord.de gab es auch noch Sonderkonditionen. Gerade mal 75 Euro habe ich für einen herrlichen Tag organisiert vom Elbe-Racing-Team aufbringen müssen – normalerweise kosten solche Trainings ab 150 Euro aufwärts…

RenntrimEs wurde in drei Gruppen gefahren: Sport- und Normalfahrer bei freiem Fahren und Anfänger mit Instruktoren. Da ich ja schon mal auf dem Heidbergring war, habe ich mich für die Normalfahrer eingetragen. Obwohl ich zunächst skeptisch war, ob freies Fahren auf so einem kleinen Kurs gelingen kann, muß ich im Nachhinein sagen, dass alles super geklappt hat. Dadurch, dass man sich über das Forum der Sportbiker-Nord kannte, mußte sich offensichtlich niemand beweisen. Jedenfalls fuhr niemand mit dem Messer zwischen den Zähnen und es ist – bis auf einen kleinen selbstverschuldeten Rutscher – nix passiert. Organisation und Teilnehmer waren also schon mal erstklassig.

Nicht ganz so erstklassig war das Wetter. Nach einem morgendlichen Schauer war die Strecke zunächst nass. Aber nach einer guten Stunde und ein wenig Sonnenschein war die Strecke abgetrocknet und man konnte an die Performancesteigerung denken. Glücklicherweise hat es dann nicht mehr geregnet und die Bedingungen zeigten sich von der besseren Seite.

Reifenabrieb nach einigen Runden An meiner Daytona habe ich wie üblich alles aus Glas abgeklebt und die Spiegel abgeschraubt. Den Reifenluftdruck habe ich auf 2,2 bar vorne und 2,4 bar hinten abgesenkt (Normal sind 2,5/2,9). Nach dem ersten Turn war der BT010 allerdings sehr heiß geworden und die Laufflächen arg angegriffen. Ich habe dann erstmal am Fahrwerk rumgefingert. Mit einer härteren Einstellung hatte auch der Reifen nicht mehr so viel zu tun.
Der Heidbergring ist aber für die Übersetzung der Daytona nicht wirklich geeignet. Eigentlich hätte ich fast alles im ersten Gang fahren müssen, aber das wollte ich dem jungen Motor dann doch nicht antun. Außerdem ist die Leistungsentfaltung dann vielleicht etwas hart. Folglich fuhr ich die komplette Strecke im zweiten Gang. In den engen 180° Kurven bedeutete das, mit einer Drehzahl durchzufahren, die nur wenig über Leerlaufdrehzahl lag. Natürlich hätte ich schalten können, aber der Kurs ist eben doch sehr eng und ich konnte weder die nötige Zeit noch die nötige Konzentration dafür aufbringen.

Überhaupt hat der Heidbergring den Vorteil der geringen Geschwindigkeiten und damit des geringen Verletzungsrisikos, aber wer den Kurs mit ordentlich Speed durchfahren will, der muß die Kurven schon vernünftig anfahren, da es kaum Gelegenheit zum Korrigieren gibt. Also ideal zum Lernen der besseren Linienwahl, denn die Kurven bieten fast alles, was es auch in freier Wildbahn gibt: enge 180° Kurven, zuziehende Kurven, schnelle Richtungswechsel, …

Von meinem letzten Besuch des Heidbergrings hatte ich ja noch Vergleichsdaten und auch diesmal habe ich mein GPS-Gerät die Turn aufzeichnen lassen. So konnte ich hinterher in aller Ruhe einiges Auswerten.
Während ich beim letzten Besuch am Ende des Tages in ca 51 Sekunden um den Kurs gefahren bin, begann ich diesmal mit 53er Zeiten. Da der Kurs auf meiner Linie fast 800m lang ist, bedeutet dies eine Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 54km/h. Am Ende des Tages schaffte ich die Strecke in konstanten 48 Sekunden-Runden. Meine schnellste Runde dauerte 46 Sekunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 63km/h bedeutet. Wie heißt es so schön: Übung macht den Meister…
Geschwindigkeitsprofil am HeidbergringHier links mal der Verlauf einer 48er Runde mit entsprechenden Geschwindigkeiten. Die blau angezeigten Geschwindigkeiten sind GPS-gemessene Angaben, die genauer als Tachoangaben sind, die ja per Gesetzgeber mehr anzeigen müssen. Die Linie ist etwas zackig, weil das GPS-Gerät nur einen Messpunkt pro Sekunde aufnehmen kann.

Übrigens hat während des kompletten Tages nichts meiner Tona aufgesetzt. Beim letzten Besuch des Heidbergringes war ich ja noch mit der Sprint ST unterwegs und da hatte ich in der ein oder anderen Kurve aufsetzende Fußrasten.
Der Spritverbrauch war auch recht human: nicht ganz achteinhalb Liter auf hundert Kilometer für entsprechende Fahrten ausschließlich im zweiten Gang finde ich akzeptabel.

Natürlich kann man den Heidbergring noch schneller durchfahren, wie ich einige Male erfahren mußte. Naja, da die meisten Teilnehmer aus dem Sportbiker – Nord – Forum kamen, wird man dann wenigstens von Freunden hergebrannt…

VerfolgtInsgesamt also wieder ein lohnenswerter Tag für mehr Fahrsicherheit verbunden mit jede Menge Spaß. Gerne wieder…

Zum Schluß noch ein kleines Filmchen vom Heibergring: YouTube Preview Image

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Kategorie: Racingtime

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