3800km :: Das gibts doch gar nicht…
15. October 2004 — Zuletzt bearbeitet: 9. October 2006 | 1442x gelesen
Das waren zumindest meine ersten Worte, als ich plötzlich mein Mopped unter mir liegen sah.
Stehe ich doch an einem schönen Septembertag frohgelaunt nach Arbeitsende an einer Kreuzung auf einer nicht vorfahrtsberechtigten Strasse und warte, dass auf der vorfahrtsberechtigten Strasse der Verkehr eine Weiterfahrt meinerseits zulässt.
Plötzlich spüre ich einen heftigen Schlag von hinten, meine Daytona schiebts nach vorne, um gleich nach rechts wegzukippen. Völlig verdattert konnte ich nur noch zusehen, wie sie auf den Boden gleitet. Sie bleibt liegen und geht aus.
Ich mache einen Schritt auf Seite und schaue, wer mir den Schups gegeben hat. Ein rückwärtsfahrender Autofahrer hat mich nicht gesehen und mich angefahren. “Das gibts doch gar nicht…”, sage ich laut und denke mir, dass das doch alles gar nicht wahr sein kann.
Wenigstens kommen gleich nette Menschen angerannt und bieten zum einen Hilfe an und zum anderen melden sie sich als Zeugen. Der Autofahrer ist glücklicherweise auch ein Netter, bekennt sich so gleich schuldig und wir tauschen Adressen und Telefonnummern aus.
Natürlich ist die komplette rechte Seite verkratzt, das Gestänge der Schaltung ist verbogen, der Bremshebel ist verbogen und die Fußraste ist mittig durchgebrochen. So kann ich nicht wirklich weiterfahren, denn die Bremsleistung läßt doch arg zu wünschen übrig…
Q-Bike hilft wie immer sofort und kompetent!
Nun kommt mal wieder Spaß mit der Versicherung! Interessanterweise versucht aber nur die Assekuranz bei der der Unfallgegner versichert ist, mich zu verarschen. Sie zögert die Weitergabe an die Versicherung heraus, bis ich deutlich mache, dass das Motorrad so lange nicht repariert wird, bis ich eine Zusage zur Kostenübernahme erhalte, und dass bis dahin eine Nutzungsausfallentschädigung fällig ist. Trotzdem muß ich meinen Worten noch eine Anwaltsdrohung hinterherschieben, damit die Papiere endlich weitergeleitet werden. Vorher wird alles versucht, um mich aufs Glatteis zu führen und mir eine Teilschuld zu zu schieben.
äußerst erfreulich ist dann der überraschende Anruf der eigentlichen Versicherung “Provinzial”. Sehr nett und freundlich wird mir am Telefon die Haftungsübernahme mitgeteilt und die weiteren Schritte besprochen. Schon am nächsten Tag steht ein Gutachter der Versicherung in der Werkstatt und prüft den Schaden. Einen weiteren Tag später bekomme ich telefonisch das OK zur kompletten Reparatur. Der Schaden beträgt immer ca 3000 Euro! Und die Entschädigung wegen des Wertverlustes habe ich zwei Tage später in meinem Briefkasten. Gratulation! Es gibt noch Versicherungen, die schnell und kompetent reagieren. Die “Provinzial” ist – zumindest für Unfallgegner – jedenfalls zu empfehlen.
Einige Teile brauchen etwas länger bei der Lieferung, aber Ende Oktober wird mein Motorrad wieder in dem Zustand sein, den es vor dem Unfall hatte.
Nur der Auspuff wird etwas anders aussehen, aber das ist eine andere Geschichte, die nun hier nachzulesen ist.



(Noch keine Bewertungen)

