Scotty, McCoi und CLS :: automatische Kettenschmiersysteme
15. April 2005 — Zuletzt bearbeitet: 2. November 2006 | 8101x gelesen
Natürlich kann man seine Kette auch von Hand pflegen. Die Pflegemittel in Dosen sind nicht teuer und wer eh meistens bei schönem Wetter unterwegs ist, wird die Aktion alle 1000km verschmerzen. Aber schon wer keinen Hauptständer sein eigen nennt, wird das Auftragen des Kettensprays als mühsam erachten. Wer dann auch noch häufig und vielleicht auch noch bei Regen unterwegs ist, der wird nicht um einen automatischen Kettenöler herumkommen.
Die Vorteile liegen auf der Hand: einmal eingestellt pflegt sich die Kette von selbst, die Kette ist optimal geschmiert und die Lebensdauer der Kette erhöht sich auch – und spart damit durchaus die Mehrkosten für ein Schmiersystem gegenüber den Pflegesprays wieder ein. Allerdings liegt der Teufel bekanntlich im Detail und ob sich wirklich alle Vorteile so leicht ergeben, ist nicht immer gegeben…
Im Großen und Ganzen gibt es drei bekannte automatische Kettenschmiersysteme: Scottoiler (liebevoll auch Scotty genannt), McCoi und CLS200µ. Alle Schmiersysteme habe grundsätzliches gemeinsam: es gibt einen Tank mit dem Öl und es gibt eine Steuerung damit Öl nur bei laufendem Motor zur Kette transportiert wird. über ein Schlauchsystem wird das Öl zum Kettenrad gebracht und über die Kapillarwirkung dringt das Öl in die Kette.
Damit kann man einen Vergleich mit Computer-Betriebssystemen herstellen: Scotty ist vergleichbar mit Windows, McCoi mit Linux und CLS mit MacOS. Warum? Dazu hier ein Vergleich der Systeme mit Vor- und Nachteilen.
Der Preiswerteste und Einfachste ist der Scotty. Er arbeitet automatisch, weil er mit dem Maschinenunterdruck verbunden wird. Ein Handrad am Vorratsbehälter regelt die Durchflußmenge. Er ist sehr weit verbreitet, aber meines Erachtens das schlechteste System von allen dreien. Aber er funktioniert – mehr aber auch nicht. Die Nachteile sind zum Beispiel, dass die Durchflußrate nur pi mal Daumen erfolgt. Da die Viskosität des verwendeten Öls sehr stark von der Temperatur abhängig ist, kommt es zum einen auf die Anbringung des Ölers an und zum anderen zu oftmals falsch eingestellten Durchflußraten. Ein Filter am Ende des Schlauchs (Durchflussbegrenzer) verstopft zudem sehr gerne und es zu Säubern oder einen Ersatz zu bekommen ist durchaus schwierig – wenn man nicht gerade wegen einem 150 Eurocent Artikel die Portokosten in Kauf nehmen möchte.
Fazit: wer unter halbwegs gleichen Bedingungen Motorrad fährt (Wochenendschönwetterfahrer), der kann mit dem Scottoiler sicherlich gut leben. Der Preis beläuft sich im Angebot auf ca 110 Euro inklusive Öl für ca 6-8000km.
Auf der nächste Preisstufe befindet sich der McCoi. Über einen Kontakt am Vorderrad wird zum einen gewährleitet, dass das Öl nur dann fließt, wenn man auch fährt und zum anderen die Ölmenge auf der Kette bestimmt. Das ist der große Vorteil gegenüber dem Scotty: man stellt einmal die korrekte Fließrate ein und um alles weitere kümmert sich der Oiler. Eine elektronische Pumpe sorgt dafür, dass die Durchflußrate nicht von der Temperatur beeinflußt wird, denn die Durchflußrate bleibt unabhängig von der Temperatur immer gleich. Allerdings steuert ein Regensensor die Pumpe zusätzlich an und fördert bei Regen mehr Öl auf die Kette. So muß ein Kettenöler meiner Meinung nach die Regelung der Kettenschmierung übernehmen: einmal eingestellt macht der Rest die Automatik. Die Verwendung der Pumpe hat den Vorteil, dass es vollkommen egal ist wo der Tank sitzt. Bei allen anderen Systemen muß das Öl hingegen durch die Schwerkraft den Weg zum Kettenblatt finden. Bei soviel Licht gibt es natürlich auch Schatten: man muß nämlich diese Automatik selbst zusammenlöten! Zwar gibt es auf der Webseite und vom Vertreiber des McCois (der das eigentlich nur als Hobby macht) sehr viel kompetente Hilfe, aber Löterfahrung ist notwendig – oder man kennt jemanden, der…
Fazit: wer über Löterfahrung verfügt und Spaß am Basteln hat, für den bietet der McCoi einen hohen Komfort bei seinen täglichen Fahrten mit dem Motorrad. Der verträgliche Preis beläuft sich auf 105 bis 120 Euro – je nach individuellen Wünschen. Das Öl kommt dann noch beim Preis obendrauf. Viele gute Tipps auf der Webseite!
Ähnlich intelligent aber im Zusammenbau noch komfortabler ist der CLS200µ. Ein Magnetventil wird an die Batterie angeschlossen und merkt anhand der Art der Spannung ob der Motor läuft und befördert somit nur dann Öl auf die Kette. Dieses Magnetventil hat eine Temperatursteuerung eingebaut und regelt somit die Durchflußrate. Über ein Einstellrad kann ich während der Fahrt die Fließmenge beeinflussen – zum Beispiel bei einsetzendem Regen oder dauerhaft höherer Geschwindigkeit. Letzteres kann ich auch – beim CLS Speed ähnlich wie beim McCoi – von der Automatik regeln lassen. Das Einstellrad ist im Gegensatz zum Scotty sehr leicht und definiert einstellbar und außerdem kann es unabhängig vom Tank angebaut werden. Auch hier gilt das Ölprinzip wie beim McCoi: einmal eingestellt macht der CLS die Kettenschmierung fast automatisch. Die Ausnahmen der Automatik sind leicht manuell regelbar. Der Vorteil gegenüber dem McCoi ist, dass ich keine Löterfahrung benötige, denn der CLS wird fertig zum Einbau geliefert. Die mitgelieferte Einbauanleitung ist sehr ausführlich und hilfreich. Auch hier steht der Vertreiber des Gerätes gerne und schnell mit Rat und Tat beiseite. Rennstreckenerprobt ist das Gerät übrigens auch.
Fazit: ein sehr gutes und ausgereiftes System, dass nicht unbedingt preiswert aber komfortabel im Einbau ist: ab 200 Euro beginnt der Spaß, aber die Ausgabe lohnt sich. Im Preis inbegriffen ist Öl für ca. 40.000km. Meine Empfehlung für Nichtbastler und Allwetterfahrer!




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Thursday, 31. January 2008
hi ,ich finde diesen artikel sehr informativ und hilfreich –weiter so
Wednesday, 25. June 2008
Erst mal müssen wir uns vor Augen halten das solche Schmiersysteme schon früher gab .
Man hat so was bei alten Maschinen gesehen, wo auf bewegliche Wellen Öler drauf gebaut waren, die in gewissen Abständen ein Tropfen Öl auf die Welle getropft hat.
Ja jetzt müsste es schon klick machen , ein Tropfen Öl auf ein und derselben Stelle.
Ja das Prinzip ist Super und hat sich bewährt.
So nun hat man sich gedacht was bei Wellen geht, müsste auch bei Ketten gehen.
Nur leider ist das Falsch.
Man kann keine Kette Punktuell schmieren, denn wir haben ja mehrere Kettenglider, die Geschmiert werden müssen.
Das wird aber hier nicht erreicht, dann müsste man ja das Schmiersystem anders einstellen so das man eine Durchgehende Schmierung hat, so das jedes Kettenglid geschmiert wird.
Nur wenn man das macht haben wir wider eine Große Sauerei , und wir haben keine Punktuelle oder Stoßweise Schmierung mehr .
Wenn man sich das Ganze mal in ein Testaufbau genauer Anschaut, so sieht man genau, dass die Kette nicht anständig geschmiert wird und bei höhere Geschwindigkeit wird das aufgebrachte Öl herausgeschleudert .
Wenn man jetzt die Kette Langsam drehen läst, hat man irgendwann nach ein Paar verstrichenden Stunden, den Erfolg, das man sieht, das die Ganze Kette mit Öl Benetzt ist.
Nun kommt das nächste Problem, es wird ja nur ein Röchen angeschlossen und auf einer Seite der Glieder gelegt, was ist aber mit der anderen Seite .
Ja das Öl kann ja nicht zu anderen Seite Wandern, wegen den O-Ringen .
Gut einige Hersteller haben reagiert, und ein Adapter mit rein gepackt, wo dann die andere Seite auch solch ein Röchen bekommt.
Aber das reißt die Sache der Kettenpflege immer noch nicht raus, man Denke immer noch an die Punktuelle/Stoßweise Benetzung der Kette.
Ja wenn man das ganze sich genauer Betrachtet, und mal wider versucht was zu verbessern, was die Industrie ja schon lange erkannt hat , dann hätten die Herstellen eine Art Pinsel mit rein gelegt.
Den der Pinsel streicht über die Kettenglider und auf den Pinsel wird das Öl geträufelt.
So kriegt die ganze Kette das Öl .
Nur das die Ketten bei der Industrie Maschinen Langsamer laufen so das, das Öl nicht abgeschleudert wird .
Man kann es drehen oder wenden wie man es will, es ist der Größte mist den Man den Leuten verkauft, und sie fallen Reihen weise drauf rein und Glauben den versprechen der Hersteller.
Gut man braucht den Leuten nur ein paar Skizzen zu zeigen, wo man was vorgegaukelt kriegt, das es der Kette besser geht.
Aber die Realität sieht nun mal anders aus .
Das Unglaublich ist, die Leute glauben so fest daran, das einige sich wundern warum sie Ihren Ketten Kitt schon ein wenig früher wechseln, als die Leute die ihre Ketten mit der Manuellen Art Schmieren .
Ja die Gute Alte Spraydose mit den Ketten fett macht immer noch das Rennen und Gewinnt beim Testaufbau.
Gut jetzt kämmen wir zu den Ketten Fetten, aber das ist ein Anderes Thema.
Fakt ist solch ein Ketten Öler macht nur sinn wenn die Kette langsam dreht und sie mit ein Pinsel bestrichen wird.
Das ist aber nicht der fall, wer fährt schon langsam mit sein Bock und welcher Hersteller hat bei sein Ketten Öler ein Pinsel mit rein gepackt.
Zum Schluss noch es wird ja behauptet wenn der regen kommt waschen sich die Fette ja ab was aber der Größte Mist ist was die Hersteller behauten von solchen Ölern.
Viele Tests haben gezeigt das die Kettenfette nicht von Regen Abgewaschen werden, sondern immer noch erfolgreich ihren Dienst verrichten.
Anders sieht es mit den Ölern aus, ein richtiger Regenschauer und das Öl ist abgewaschen.
Bis die Kette wider komplett geölt ist haben wir schon eine angeschlagene Kette.
Thursday, 14. August 2008
sehr netter ausführlicher kommentar.
aber wohl noch nie in der praxis gesehen.
das ganze funktioniert. kette immer bestens geschmiert und lebensdauer deutlich erhöht.
SONNtagsfahrer brauchen es wohl eher nicht.
regen wäscht das öl wohl nicht ab, bringt aber jede menge dreck auf die kette=>hoher verschleiß. mit kettenöler wird der dreck weggeschleudert
Wednesday, 20. August 2008
@Die Kette:
Du hast zwar Recht, dass jeweils nur punktuell Öl zugeführt wird, aber im Schnitt kriegt jede Stelle der Kette mal einen Tropfen ab, weil das Tropfintervall ja nicht gleich dem Umlaufintervall der Kette ist (das über längere Zeit hinzukriegen wäre extremer Zufall).
Du sprichst von Testläufen, wo man sehen kann, dass die einzelnen Kettenglieder nicht vernünftig geschmiert werden – erzähl mir bitte mehr von diesen Testläufen. Wo, wann und von wem wurden die durchgeführt? Mit welchen Systemen unter welchen Bedingungen? Was genau waren die Ergebnisse? Einfach so einen Satz hier einschmeißen kann jeder…
Zu dem Punkt mit den O-Ringen: Es geht soweit ich weiß beim Kettenöler nicht darum, die Kettenscharniere der einzelnen Kettenglieder zu schmieren (die sind eigentlich dicht und wartungsfrei) sondern um die Auflage KettenradKette. Es müssen also lediglich die Querstege der Kette mit Öl benetzt werden, was durch einen Kettenöler hinreichend passiert (hier kann man die Stege (=Auflagefläche) gut erkennen:
http://data14.sevenload.com/i/kl/um/7a9lwvx/0.jpg ).
Durch den Kapillareffekt wird das Öl auf diesem Steg völlig ausreichend zur anderen Seite verteilt.
Aber optimal ist natürlich sofort von beiden Seiten zu schmieren, daher gibt es diese Aufsätze.
Zu dem Pinsel kann ich nur sagen: Der hätte zwar den Vorteil des besser verteilten Schmierens, aber dafür zwei erhebliche Nachteile:
Erstens: Er kann sich in der Kette verklemmen, wodurch Haare ausgerissen werden könnten, die dann in der Kette hängen. Denk auch ans Rückwärtsschieben des Motorrads.
Zweitens: Der ganze Dreck, der beim Fahren unvermeidlich an der Kette angehäuft wird, würde sich im Pinsel fangen und dort haften bleiben. Du hättest also einen erheblich größeren Wartungsaufwand.
Und, dass bei Regen Öl ausgewaschen wird, ist natürlich korrekt. Gute Kettenöler haben daher einen Regensensor und erhöhen die Tropfmenge entsprechend.
Nur zur Info: Ich verkaufe keine Kettenöler
Thursday, 26. February 2009
Da spricht “eine Kette” wieder mal von etwas, was sie
a) entweder nicht braucht (Kardanfahrer?) oder
b) nie selbst montiert hatte!
Bevor man solche Thesen aufstellt sollte man sich erstmal ausgiebig mit dem Thema auseinander gesetzt haben! Und glaube, es ist egal welche Art von Öler man benutzt es funktioniert ganz hervorragend, was ICH persönlich durch MEINE Erfahrung bestätigen kann.
Ölige Grüße