13800km :: TüV, Strom und andere Urlaubsvorbereitungen
19. May 2005 — Zuletzt bearbeitet: 20. May 2007 | 1655x gelesen
Ein TüV Besuch macht immer wieder Spaß!
Da ich nun schon einige Kilometer mit der prima Radialbremspumpe und der genialen Fußrastenanlage fahre und in wenigen Tagen mein Urlaub beginnt, begab ich mich heute auf den Weg zum freundlichen TüV, um die beiden Komponenten in die Fahrzeugpapiere einzutragen. Schließlich erlangt man so die Betriebserlaubnis wieder, erspart sich bei einer eventuellen Fahrzeugkontrolle nutzlose Diskussionen und außerdem macht ein Besuch beim TüV immer Spaß!
Der Spaß beginnt damit, dass ich mich dreisterweise sofort zum Eintragen in die Papier angemeldet habe, ohne die Konsultation der technischen Abnahme in Anspruch zu nehmen. Ich wußte nicht, ob man mit einem Teilegutachten die Abnahme nicht überspringen kann. Die freundliche Dame am Schalter aber auch nicht. Statt mal eben den Kollegen anzurufen, läuft sie einfach mal schnell (*hust) rüber. Dauert nur fünf Minuten und schon durfte ich mich bei der technischen Abnahme erneut anmelden.
Die Anmeldung ging schnell. Das Bezahlen von 55,23 Euro für Gutachten und – im Voraus (!) – veranschlagte Zeit zur Erstellung des Gutachtens ging noch schneller. Mit freundlichen Sachverständigen ins Gespräch kommen ging mit so einem Motorrad auch sehr schnell. Die hatten ja auch alle nix zu tun und Zeit für’n Schwätzchen. Bis “mein” zuständiger Sachverständige erschien, dauerte es allerdings 25 Minuten. Der ist Harley-Fahrer und ebenfalls sehr freundlich. Zur völligen überraschung aller Beteiligter stellt er binnen 2 Minuten fest, dass ich die Sachen, die ich eingetragen haben möchte, auch tatsächlich angebaut habe. Wahnsinn! Einzige Hürde ist, dass auf dem Bremshebel der Fußraste laut Gutachten eigentlich eine “6″ stehen sollte, aber eine “9″ steht. Naja, sagt der freundliche Harleyfahrer, er wäre ja schließlich Sachverständiger und könnte von seiner Kompetenz Gebrauch machen und dann eben die “9″ in meine Papiere eintragen. Er muß nur mal eben eine Runde auf dem Hof drehen um zu sehen, dass die eintragungswilligen Komponenten auch wirklich funktionieren – so einem Teilegutachten ist offensichtlich nicht zu trauen. Er holt sich “mal eben schnell ‘ne Mütze” und schwingt sich in Jeans und offenem Kittel auf die Daytona. Unnötig zu erwähnen, dass die “Mütze” eine Halbschale ist. Mit dieser perfekten Schutzkleidung drückt er den Anlasser und dreht dabei gleich wie verrückt am Gashahn. Er schaut mich verzweifelt an, weil die Lady gar nicht anspringen will und dreht während der Anlasser dreht noch stärker und energischer am Gashahn. Ich fasse mir ein Herz und helfe dem Mann aus der Bredouille mit den einfachen Worten “ohne Gas starten”. Sofort die springt die Lady an und dem Mann ein Steinchen von seinem einfühlsamen Herzen. “Ja”, spricht der Zottelmähnige “man muß sein Schätzchen nur kennen”. Mir bricht das Herz vor so viel Sachverstand. Ich weise ihn noch freundlich darauf hin, dass er doch sicherheitshalber den Seitenständer einklappen sollte und schon entschwindet der gute Mann in die unendlichen Weiten des TüV-Hofes.
Zwei Runden übern Hof später, stellt er mir die Daytona wieder hin und spricht völlig fasziniert: “Die Bremsen sind ein Traum. So feinfühlig dosierbar. Grandios!” Ich erahne, dass seine Hose etwas feucht wird…
Nun braucht er nur noch 10 Minuten, um die Daten vom Teilegutachten in sein Gutachten zu übertragen und dann darf ich auch schon zur Zulassungsstelle, um zum einen elf Euro zu bezahlen und zum anderen meine korrigierten Papiere zu erhalten. Das komplette Vergnügen hat leider nur anderthalb Stunden gedauert.
Aber endlich hat meine Daytona wieder eine Betriebserlaubnis. Welch erhabenes Gefühl!
Nee, mal im Ernst: Was soll der ganze Quatsch? Deutschland wird nochmal in Bestimmungen ersticken.
Aber wie eingangs erwähnt: ich fahre gerne zum TüV, denn sonst hätte ich hier gar nichts zu schreiben.
Der Rest ist nämlich schnell erzählt: mein Lieblingsdealer hat mir kurz vor dem Urlaub einen neues Satz Reifen – natürlich wieder Pilot Power – und einen neues Satz Bremsbeläge aufgezogen und eingebaut. Die Reifen hätten zwar noch geschätzte 3000 km gehalten, aber eben keinen zweiwöchigen Urlaub. Also fahre ich jetzt den neuen Satz platt und lasse dann die “Alten” wieder draufziehen.
Erwähnenswert ist noch die intelligente Lösung, die sich die Jungs haben einfallen lassen, um mein GPS mit Strom zu versorgen. Das von Garmin mitgelieferte Kabel ist nämlich viel zu kurz und es gibt auch nichts längeres, um einen Anschluß direkt an die Bordbatterie hinzubekommen. Also habe ich nun an kaum sichtbarer Stelle eine Zigarettenanzünderdose.
Der Urlaub kann kommen – Montag gehts mit einem Besuch des Heidbergrings los…



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