18830km bis 20385km :: Bremsenlifting und 20.000km Inspektion
11. July 2005 — Zuletzt bearbeitet: 16. October 2006 | 2468x gelesen
In wenigen Tagen ist mal wieder soviel passiert, dass ich das alles in einem Artikel zusammenfassen kann, der die Kilometer 18830 bis 20385 behandelt.
Vor einiger Zeit hatte ich bei meiner Bremse bemerkt, dass wenn ich den Bremshebel bis zum Druckpunkt gezogen hatte ich hin und wieder plötzlich “nachziehen” mußte, damit der Druck gleich bleibt und ich wirklich zum Stillstand komme. Da ich davon ausgegangen bin, dass das mit verbrauchter Bremsflüssigkeit oder Luft im System zu tun hat, bat ich um einen kurzen Termin bei meinem Lieblingsdealer, um die Bremsflüssigkeit zu tauschen. Mit dieser dunklen Plörre wollte ich mich sowieso nicht bei dem T5net-Treffen in der Eifel blicken lassen.
Dienstag vor der Eifeltour fand ich mich also bei Q-Bike ein und berichtete kurz über mein Problem. Die Jungs von der Werkstatt zogen kurz die Augenbrauen hoch und sagten, dass sie da mal genauer hinschauen würden. Daraus wurde dann eine anderthalbstündige Bastelstunde und Komplettzerlegung, -reinigung und Zusammenbau der beiden vorderen Bremskolben. Dabei wurden die Dichtungen auch nach neusten Erkenntnissen von Triumph nass zusammengebaut. Tatsächlich waren die Kolben eingetrocknet und deswegen zogen sich die Bremskolben nicht mehr richtig zurück.
Nach mittlerweile 2000km kann ich sagen, dass sich die OP absolut gelohnt hat. Das Bremsverhalten hat sich deutlich verbessert! Danke an die Werkstattjungs, die mal wieder überstunden für mich geleistet haben.
Zwei Tage später war ich gegen 10 Uhr auf der Autobahn Richtung Eifel. Nach ungefähr 10 Kilometern schaukelte plötzlich mein Pferdchen. Bei Tempo 140 äußerst ungewöhnlich, überprüfte ich sofort den Sitz des Gepäcks, aber schnell war klar, dass es das nicht sein konnte. Da ich immer langsamer wurde und auch immer heftiger schaukelte, traf mich doch sehr schnell der Gedankenblitz und ich zog sofort rüber auf den Standstreifen: Plattfuß!
Ich marschierte den Kilometer zurück zur Tankstelle “Harburger Berge” und fragte nach Reifenpilot. Leider war keiner vorrätig, aber der Pächter zeigte sich schnell hilfsbereit und besorgte mir welches. Nach einer halben Stunde Wartezeit kam er wieder, verkaufte mir für schlappe 20,45 Euro die Dose und fuhr mich mit seinem Mercedes Cabrio zu meinem Motorrad.
Es folgte ein kurzes Studium der Bedienungsanleitung meinerseits und dann gings frisch ans Werk. Der Reifen bekam während des Einfüllens deutlich die bekannte Kontur, aber meine Gesicht erhellte sich nur kurz, denn das Zischen aus dem Reifen heraus war trotz der Autobahngeräusche nicht zu überhören. OK, dachte ich mir, vielleicht wird das Zeug nur während des Fahrens dicht.
Die nächste Ausfahrt war glücklicherweise keine 500m entfernt. Ich hielt sofort Ausschau nach einer Tankstelle, um den Luftdruck zu überprüfen. Statt dessen fand ich eine Mercedeswerkstatt und dort fragte ich nach Luft. Es war aber eher hoffnungslos, denn die Luft die der freundliche Werkstattmeister einfüllte entwich unter großem Getöse recht schnell wieder. Das Loch war wohl zu groß für das Dichtmaterial. Hoffnung machte mir die Bemerkung, dass in der Nähe ein Motorradhändler wäre. Auch diese Hoffnung entwich sehr schnell, als er ergänzte, dass es sich um einen Harleyhändler handelte.
Ich fuhr trotzdem in empfohlene Richtung, fand aber nicht den Harleyhändler, wohl aber eine Tankstelle. Kurzer Luftcheck, verzweifeltes Kopfschütteln und überlegen, was nun zu tun sei. Vielleicht hilft eine weitere Dose Reifendicht, dachte ich mir und betrat die Tankstelle. Tatsächlich hatte diese Reifendicht vorrätig und hier kostete die Dose auch nur 9,90 Euro! überraschend, bei gleichem Inhalt…
Die zweite Dose Reifendicht hatte zur Folge, dass ich einen weissen Strich hinter mir her zog und mein Mopped während der Fahrt völlig zu”sau”te. Dicht gehalten hat auch diese Dose nicht, aber wenigstens den Druckverlust soweit abgesenkt, dass ich ca 5km zwischen zwei Tankstellen überbrücken konnte. Also ließ ich mich von meinem GPS-Gerät über Landstrasse zu meinem Lieblingsdealer leiten, die ich schon vorgewarnt hatte und wo noch ein angefahrener Reifen meinerseits lagerte. Die Fahrt über die Landstrasse verlief so, dass ich an jeder Tankstelle angehalten habe und mit laufendem Motor den Luftdruck im Hinterreifen korrigiert habe. Um 14 Uhr war ich bei Q-Bike und nach einer halben Stunde dann endlich Richtung Süden unterwegs.
Fazit dieser Aktion: ich hole mir baldmöglichst ein Reifenreparaturset von Touratech, denn das hätte mir in diesem Fall schnell und einfach geholfen und ist auch kostengünstiger…
Nach dem wunderbaren T5net-Treffen in der Eifel war ich dann wieder Dienstag bei Q-Bike und habe die preiswerteste 20tkm Inspektion aller Zeiten machen lassen. Die normalerweise teure Ventileinstellung war bei meinem Bike mit fast neuem Motor nicht notwendig und die Bremsen war erst vor einer Woche überprüft worden. Da blieb nur das Wechseln des Gabelöls und das grundsätzliche Durchchecken der Lady. Geputzt wurde die Gute auch noch und bezahlt habe ich nur 100 Euro…
Zum Abschluß des Berichts noch ein paar Bilder vom aktuellen Zustand meiner Daytona. Alle Bilder sind vom 19. Juni 2005.



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