23190km :: 1. Geburtstag
29. July 2005 | 2110x gelesen
Tja, wer hätte gedacht, dass ich es tatsächlich mal schaffe eine Daytona ein Jahr lang zu fahren. Aber auch diese hat ja ein bewegtes Jahr hinter sich gebracht – und das nicht nur wegen der Kilometerzahl…
Wenn man innerhalb kürzester Zeit drei Daytonas einfahren muss (so letztes Jahr geschehen, wie man hier, hier und hier nachlesen kann), dann kommen einem schon Zweifel, ob die Daytona das richtige Mopped für einen ist. Und wenn dann auch noch ein Unfall dazu kommt und ein Motorschaden, dann hätte so mancher vermutlich entweder das Mopped oder den Führerschein an den Nagel gehängt. Ich nicht, denn trotz allem ist die Daytona mein Mopped. Auf ihr fühle ich mich zu Hause und auf ihr fühle ich mich wohl. Und warum das so ist, möchte ich im Folgenden kurz erläutern:
Die Daytona ist ein hervorragendes Allroundmobil. Durchaus eine Tourenschlampe, aber eben auch mal für die zügigere Kurvenhatz auf der Rennstrecke zu haben. OK, reine Stadtfahrten sind für sie nicht wirklich was. Die Lenkerstummel sind dafür nicht ausgelegt. Und wenn ich dichter an den Alpen wohnen würde, dann würde ich mir vermutlich auch etwas mehr Handlichkeit wünschen. Aber mit der recht preiswerten Gelsitzbank sind mühelos auch größere Strecken zu bewältigen, ohne dass einem der Arsch brennt. Natürlich tragen auch die veränderten Fußrasten dazu bei, bequem zu sitzen. Und die radiale Handbremspumpe gibt einem ein wunderbares Gefühl für die Bremse.
Mehr muss eigentlich nicht geändert werden.
Das Fahrwerk ist absolut tauglich. Vor allem die voll einstellbare Gabel verrichtet vorzügliche Arbeit im Serienzustand – natürlich muss sie auf einen persönlich eingestellt werden. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die Vorspannung komplett reinzudrehen und Druck- und Zugstufe nur wenig zu nutzen. Die hintere Feder könnte allerdings etwas besser sein. Manchmal träume ich da schon von einem Nachrüstbein.
Der Motor ist untenrum etwas schlapp, aber das ist bei solchen Motorrädern durchaus normal. Um das Vorderrad beim Beschleunigen in die Luft zu bekommen, reicht die Power aber auch unten rum aus. Mit einer kürzeren übersetzung kann aber auch diese kleine Schwäche ausgebügelt werden. Oben rum – so ab 6ooo Umdrehungen pro Minute – zeigt der Motor was er kann. Und wenn die 10 auf dem Drehzahlmesser touchiert wird, dann kommt auch noch im Dritten das Vorderrad leicht hoch. In der Originalübersetzung hat man dann fast 200 auf der Uhr…
Natürlich hat eine R1, eine ZX10R oder eine Kilogixxe mehr Power zu bieten, aber wer will schon einen langweiligen Vierzylinder fahren. Der Sound des Drillings ist einfach durch nichts zu überbieten. Und außerdem ist sie kein alltägliches Gesicht.
In diesem Jahr habe ich übrigens knapp über 1300 Liter Sprit verfahren. Das entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von ungefähr 5,6 l/100km. Auch das ist ein Wert, mit dem ich gut leben kann.
Kurzum: mir gefällt die Daytona. Derzeit gibt es für mich kein besseres Mopped auf dem Markt.



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