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Januar :: 3. Kalenderwoche

23. January 2006 | 1592x gelesen

Der BND, der Irakkrieg – und ein Untersuchungsausschuß?; Merkel macht Außenpolitik; ProSiebenSat1 – übernahme durch Springer kurz vor dem Scheitern; Chirac droht Iran mit Atomschlag; Focus meldet Lösegeldfund bei Osthoff; Lieblingswort der Woche;

Im Streit um die Atomforschung im Iran stellt Präsident Ahmadinedschad eine Erhöhung der ölpreise in Aussicht und kommt eventuellen Sanktionen durch den Weltsicherheitsrat zuvor: 8 Milliarden Dollar Währungsreserve werden aus europäischen Ländern abgezogen. Frankreichs Staatschef Jacques Chirac droht mit gezielten Atomschlag, was zu heftigen Diskussionen führt. Ende der Woche kommt es zu einem Selbstmordanschlag in Israel, bei dem 30 Menschen verletzt werden. Laut israelischen Regierungsmitgliedern liegen Beweise vor, dass Syrien und Iran den Anschlag mit zu verantworten hat.

Der Skandal um die Rolle des BNDs im Irakkrieg beschäftigt auch weiterhin Politik und Medien. Am Mittwoch sagen die beiden Beamten im Parlamentarischen Kontrollgremium aus. Die Opposition kann sich nicht so richtig formieren, tendiert aber wohl zu der Einrichtung eines Untersuchungsausschusses – vor dem Außenminister Steinmeier warnt. Vor allem die Grünen können sich nicht entscheiden, diesem Versuch der Aufklärung zu zustimmen. Verschiedene Zeitungen berichten über ein Treffen von Fischer mit den Agenten.

Obwohl der bayrische Ministerpräsident Stoiber den Kauf der ProSiebenSAT1-Gruppe durch den Springer-Verlag befürwortet und das starre Handeln des Bundeskartellamtes geißelt, kommt es doch ganz anders: überraschend zieht der Springer-Verlag seine Offerte der letzten Woche zurück und wird ProSieben nicht aus der ProSiebenSAT1-Gruppe herauslösen, um dann den Rest kaufen zu können. Da nun offensichtlich ist, dass das Bundeskartellamt die übernahme nicht erlauben wird, gibt es die Spekulation, dass der Springer-Verlag eine Ministererlaubnis beim Bundeswirtschaftsminister Glos beantragen wird.

Bundeskanzlerin Merkel macht Anfang der Woche ihren Antrittsbesuch in Moskau und ist zufrieden. Ende letzter Woche war sie in Washington.

Der Focus meldet, dass Teile des Lösegelds bei der entführten Susanne Osthoff gefunden wurden. Die Süddeutsche berichtet über ca 3000 Dollar, die ihr die Entführer gegeben hätten. Eine Mittäterschaft gäbe es nicht.

Mein persönliches Lieblingswort der Woche lautet qualitätsresistent und bezieht seinen Kontext aus dauerhaftem Konsum von bestimmten Fernsehsendungen. Paßt aber sicherlich auch zu anderen Trashmedien…

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Kategorie: 2006

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