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März :: 11. Kalenderwoche

19. March 2006 | 1359x gelesen

Tarifauseinandersetzungen; Vogelgrippenverdacht bei Nutztieren; Beisetzung Milosevics; Flughafen Schönefeld genehmigt; Einbürgerungstest; Berichterstattungsskandal im Wettskandal

Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Länder Möllring (CDU) gerät in die Kritik wegen seiner kompromisslosen Verhandlung mit der Gewerkschaft verdi. SPD schlägt Schlichtung vor. Ende der Woche kündigt Möllring ein Telefonat mit ver.di-Chef Bsirske an, um wieder Bewegung in die Tarifauseinandersetzung zu bringen. In Niedersachsen kommt es Mitte der Woche nach Hamburg in einem zweiten Bundesland zu einem Tarifkompromiss auf kommunaler Ebene.

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 98,4 Prozent haben sich die ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern für Streiks ausgesprochen. Hintergrund sind die gescheiterten Tarifverhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und dem Marburger Bund als gewerkschaftliche Interessensvertretung der ärzte über einen Tarifvertrag für die 22.000 ärzte an den Unikliniken und Landeskrankenhäusern. Seit Oktober 2005 hatten beiden Tarifpartner versucht, einen arztspezifischen Tarifvertrag auszuhandeln.

Bei einem Geflügelzüchter in Bayern gab es einen Verdacht auf H5N1. Es wäre das erste Mal gewesen, dass bei Nutztieren in Deutschland dieser Virus nachgewiesen worden wäre. Alle 400 Tiere wurden "vorsichtshalber" getötet. Der Verdacht erhärtete sich allerdings nicht, die Tiere wurden umsonst getötet.

Der Ende letzter Woche im UN-Kriegsverbrechergefängnis in Den Haag gestorbene jugoslawische Ex- Präsident Slobodan Milosevic ist nicht durch eine Vergiftung umgekommen, sondern durch ein Medikament, dass die Wirkung der Milosevic ärztlich verordneten Mittel gegen Bluthochdruck neutralisiert hat: Rifampicin. Wie er an das nicht verschriebene Medikament gekommen ist, bleibt rätselhaft.
In Belgrad verabschieden sich am Samstag Zehntausende von dem wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in Bosnien, Kroatien und im Kosovo während der 1990er Jahre angeklagten. Der mit einer serbischen Flagge bedeckte Sarg wurde in der Heimatstadt Milosevics Pozarevac beigesetzt.

Der Bau des Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wurde Mitte der Woche nur unter erhöhen Lärmschutzauflagen genehmigt, darunter ein Flugverbot von 0 bis 5 Uhr und eine stark eingeschränkte Erlaubnis in der Zeit von 22 bis 0 Uhr sowie zwischen 5 und 6 Uhr. Der Flughafenbau wird durch das Urteil möglicherweise bis zu 100 Millionen Euro teurer. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft, Air Berlin, stellt am Wochenende sogar die anvisierte Stationierung seiner Flugzeugflotte wegen der Flugverbote in Frage.

Auch die hessische Regierung will einen Einbürgerungstest einführen. Der Test besteht aus 100 Fragen, bei denen zu bezweifeln ist, dass auch alle Deutsche die richtige Antwort parat haben. Die Welt hilft.

Bei dem in der letzten Woche gemeldeten Wettskandal meldet am Freitag die Münchner Boulevard-Zeitung TZ, es sei unter anderem Nationalspieler Schweinsteiger involviert. Die Gegendarstellung lautet "In der Andruck-Ausgabe vom 17. März 2006 haben wir auf den Seiten 1 und 33 behauptet: 1. “Wett-Skandal – Schweini & Agostino zum Polizei-Verhör”. Soweit hierdurch der Eindruck erweckt worden ist, dass Bastian Schweinsteiger und Paul Agostino bei einem Polizeiverhör gewesen wären oder geladen worden wären, widerrufen wir diese Behauptung als unwahr. Weder Bastian Schweinsteiger noch Paul Agostino noch Quido Lanzaat waren bislang bei einem Polizeiverhör oder sind zu einem solchen geladen worden. 2. Bastian Schweinsteiger, Paul Agostino und Quido Lanzaat würden bei der Staatsanwaltschaft als “Beschuldigte” im Zusammenhang mit dem Wett-Skandal geführt. Auch diese Behauptung widerrufen wir als unwahr."
Ob diese Gegendarstellung allerdings eine ähnliche Verbreitung erhält, wie die eigentliche (Fehl-)Meldung ist zu bezweifeln.

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Kategorie: 2006

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