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Juli :: 28. Kalenderwoche

17. July 2006 | 1466x gelesen

G8-Gipfel; Krieg zwischen Israel und Libanon; Schwere Bombenanschläge im Feierabendverkehr von Mumbai; Bußgeld gegen Microsoft; Klinsmann hört auf

Beim Gipfel der führenden Industrienationen und Rußland (G8) am Ende der Woche in Sankt Petersburg vertritt Bundeskanzlerin Merkel das einzige Land, das die Atomenergie aufgeben will. Sie schlägt daher Mindeststandards für die Sicherheit von Kernkraftwerken vor, die von der Internationalen Atomenergiebehörde kontrolliert werden sollen.
Die Differenzen hinsichtlich des geplanten WTO-Beitritts Rußlands konnten wegen der US-amerikanischen Forderung nach besserem Schutz von geistigem Eigentum und Zusagen für die Einfuhr von Agrargütern nicht ausgeräumt werden. Rußland ist das Land mit der größten Wirtschaftskraft außerhalb der WTO und benötigt für eine Aufnahme nur noch die Zustimmung der Vereinigten Staaten.

Nachdem Israel zu Beginn der Woche zur Befreiung eines verschleppten Soldaten eine Offensive im palästinensischen Gaza-Streifen verstärkt hatte, wird am Mittwoch bekannt, dass auch im Grenzgebiet zum Libanon 2 israelische Soldaten durch die Hisbollah verschleppt wurden. Drei weitere Soldaten wurden bei dem Angriff getötet. Israel startete eine Offensive im Süden Libanons und auf den Beiruter Flughafen. Am Donnerstag Abend wird die israelische Stadt Haifa mit Raketen beschossen. Obwohl die Hisbollah einen Angriff dieser Art angekündigt hat, dementiert sie eine Beteiligung und fordert Israel zu einem Austausch von Gefangenen auf – und schließt den vor drei Wochen von palästinensischen Extremisten Entführten mit ein. Israel blockiert den Libanon vollständig und kontrolliert den Luftraum. Die Hisbollah greift mit rund 100 Katjuscha-Raketen mehrere nordisraelische Orte an. Ein Ende der Eskalation ist nicht in Sicht, Israel weitet die Angriffe zum Ende der Woche aus, Haifa wird am Sonntag erneut von Raketen getroffen. Dutzende von Zivilisten sterben im Laufe der Woche, hunderte werden verletzt – auf beiden Seiten.
Die G8-Nationen forderten am Sonntag eine unversehrte Freilassung der entführten israelischen Soldaten, ein Ende der Angriffe auf Israel und die Beendigung der militärischen Aktionen Israels. Der italienische Ministerpräsident Prodi bemühte sich um einen Waffenstillstand und nahm Kontakt mit seinem libanesischen Amtskollegen Siniora auf, um ihm die Bedingungen Israels für einen Waffenstillstand zu nennen. Dazu gehöre die Freilassung der beiden entführten israelischen Soldaten und der Rückzug der Hisbollah aus dem Südlibanon.

Am Dienstag gab es in der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai (auch bekannt als Bombay) während des abendlichen Berufsverkehrs zu einer koordiniert und planvoll durchgeführten Serie schwerer Bombenanschläge, die zu fast 200 Toten und mehr als 770 Verletzten führten. Die Sprengladungen sind kurz hintereinander in vollbesetzten Vorortszügen detoniert. Die Ermittlungen der örtlichen Polizei konzentrieren sich auf eine militante Moslemgruppe, die vor allem in Kaschmir aktiv ist. Die Stadt und seine Vorortbezirke gilt als die sechstgrößte Agglomeration der Welt mit 19,9 Millionen Einwohnern (Stand 1. Januar 2006).

Die EU-Kommission hat gegen den US-Softwarekonzern Microsoft zum zweiten Mal ein Bußgeld (diesmal in Höhen von 280,5 Millionen Euro) wegen der Nichteinhaltung der geforderten Auflagen im Zusammenhang mit der Vermarktung des Betriebssystems Windows verhängt. Microsoft will gegen das Bußgeld klagen. Hintergrund des Streits ist die Forderung an den Konzern, seinen Mitbewerbern auf dem Softwaremarkt bestimmte Informationen zu liefern, die es anderen Herstellern ermöglicht oder erleichtert, ihre Produkte in das faktisch marktbeherrschende Betriebssystem Windows einzubinden. Bereits im Jahr 2004 war gegen den größten Softwarehersteller der Welt ein Bußgeld in Höhe von knapp 500 Millionen Euro verhängt worden.

Der DFB hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass Jürgen Klinsmann seinen Vertrag als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft nicht verlängert hat. Neuer Bundestrainer wird Joachim Löw, der vorher als Assistenztrainer tätig war. Neben der öffentlichen Begründung Klinsmann möchte wieder mehr Zeit für Frau und Kinder haben, sind die Querelen vor der WM mit dem DFB und – nicht nur – der BILD-Zeitung wohl der Hauptgrund für seine Entscheidung.

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Kategorie: 2006

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