Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit!
9. February 2007 | 1893x gelesen
Oh, je! In einem Blog in dem es zum thematisch überwiegenden Teil über das völlig nutzlose verbrennen fossiler Brennstoffe und damit einhergehend um sorgenfreies Ausblasen von klimazersetzenden Abgasen geht über Nachhaltigkeit zu Schreiben, ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Ich versuche es trotzdem, weil meine persönliche Ökobilanz dadurch vielleicht etwas aufgebessert wird…
Nach der Veröffentlichung des IPCC-Klimaberichts Anfang Februar ist Nachhaltigkeit gerade wieder in aller Munde. Die Marketingindustrie hat sogar schon eine neue Zielgruppe identifiziert und nennt Menschen, die gesund und nachhaltig konsumieren “LOHAS“, was für “Lifestyle of Health and Sustainability” steht. Das Problem der Zielgruppe ist, dass sie immer noch konsumiert. Diesen Nachteil hat die Gruppe der “LOVOS” (”Lifestyle of Voluntary Simplicity”) in wesentlich geringerem Maße, weswegen sie für die Marketingindustrie uninteressant ist. Aber “Entschleunigung” ist definitiv ein bemerkenswerte Wortkreation – und passt auch herrlich in dieses Blog… Nicht nur deswegen, finde ich diesen Lebenstil eine Überlegung wert.
Umweltpolitisch kann ich mich noch an eine Zeit erinnern, in der Deutschland europäischer Vorreiter war und die “Grünen” noch “die Alternative”. Mittlerweile hängt Deutschland ganz schön hinterher und Politiker ignorieren sogar den Wunsch der WählerInnen nach einem Tempolimit auf deutschen Autobahnen.
Webseiten, bei denen man sich über seine persönliche Ökobilanz oder den persönlichen Fußabdruck informieren kann, kommen allesamt aus dem südlichen Ausland. Immerhin kann man bei atmosfair sein Gewissen bei Flugreisen beruhigen.
Bietet Deutschland wirklich keine Alternativen mehr zu einem gesünderen und nachhaltigerem Leben?
Doch! Es gibt einige ganz einfache Dinge, die jeder von uns machen kann und von denen ich im folgenden einige kurz exemplarisch aufzähle:
1. Stromanbieter wechseln!
Einfach auf dieser Seite einen Ökostromanbieter auswählen! Bei den meisten kann man online den Stromanbieter wechseln. Das ist total einfach und völlig unproblematisch. Und soviel teurer ist es auch nicht. Wir sind vom superbilligen Vattenfall Strom zu Naturstrom gewechselt und zahlen gerade mal ca. 10 Euro im Monat mehr. Das ist es mir absolut wert! Und natürlich ist auch Stromsparen wichtig…
2. Eier nur aus Freilandhaltung!
Seitdem wir selbst Hühner besitzen und das soziale Verhalten der Tiere täglich bewundern können und wissen, in welchen riesigen kahlen Hallen mit zehntausenden von Tieren, denen zum “Schutz” gegen die Artgenossen die Schnäbel gekürzt werden, die sogenannte Bodenhaltung stattfindet, kaufen wir nur noch Bio-Eier aus zertifizierter Öko-Freilandhaltung – wenn wir Eier kaufen müssen. Denn wer einmal die Eier der eigenen Hühner gegessen hat, weiß erst was Geschmack ist. Und übrigens: das Argument die Käfighaltung wäre angeblich die einzig hygenische Art der Hühnerhaltung, weil nur so die Eier niemals mit Hühnerkot in Verbindung kommt, kann ich nicht im Geringsten nachvollziehen, denn unsere Hühner haben eine separate Legekiste, in die sie nur zum Eierlegen hineingehen. Ist eigentlich auch logisch, dass die Tiere ihr Gelege selbst kotfrei halten wollen…
3. Vegetarisch leben!
Jaja, ich sehe schon die erschreckten Gesichter vor dem Monitor, die mir den virtuellen Vogel zeigen. Aber mal unter uns: wie war das letztes Jahr mit dem Gammelfleischskandalen? Und wußtest Du, dass die Haltung von Tieren zur Ernährung der Menschheit weltweit mehr klimaschädigende Abgase erzeugt als alle Autos zusammen? Und natürlich ist die Produktion von Fleisch nicht minder brutal und abstossend wie die bei der Hühnerhaltung. Esst wenigstens weniger Fleisch. Täglicher Fleischgenuß ist völlig unnötig…
4. Müll vermeiden!
Macht einfach mal einen Spaziergang über euren lokalen Müllberg. Keine Angst: es stinkt längst nicht so, wie man vermutet. Aber wer beim Anblick der abertausenden Kunststoffflaschen nichts versteht, dem kann ich dann auch nicht mehr weiterhelfen…
Diese Auflistung ist natürlich nicht abschliessend und ich freue mich auf weitere Anregungen. Eins sollte aber wenigstens deutlich werden: Klimaschutz, gesünderes und nachhaltigeres Leben beginnt bei eigenen kleinen Schritten, die relativ einfach vollzogen werden können. Es reicht schon sich über seine alltäglichen Gewohnheiten Gedanken zu machen und eventuell zu verändern. Jedenfalls bedeutet es nicht, zu verzichten!




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Monday, 12. February 2007
Also zumindest bei meinem Besuch auf dieser Site prangte die Yellostromwerbung gleich über dem korrespondierenden Artikel – sehr schön ;o)
Biolebensmittel kaufen wir auch – es könnten aber mehr sein, wenn sich die Bioläden etwas zeitgemäßer und weniger sektiererisch geben würden – ich jedenfalls halte die Tatsache, daß es in den meisten Läden kein Fleisch gibt, nicht für logisch begründet, sondern hat das für mich etwas Belehrendes, was mir nicht gefällt – ähnlich wie vegetarische Restaurants, in denen kein Alkohol ausgeschenkt wird.
Weder Fleisch(fr)esser wie ich noch Raucher (wie ich nicht) sind zwangsläufig Umweltschweine. Ich jedenfalls begrüsse, daß es auch im Biobereich langsam mehr und weltoffenere Konkurrenz gibt – das Ausland macht es längst vor.
Tuesday, 20. February 2007
Moin Thomas,
zur Werbung: da sieht man mal wieder, dass Adsense nicht bedeutet mehr Sinn zu bieten
Und wegen dem Vegetarismus empfehle ich den Blick in diesen Artikel.
Und Bioläden sind glücklicherweise etwas sektiererisch, weil sie sich damit vom Discounter abheben, wo Du mittlerweile auch FairTrade-Rosen aus Afrika kaufen kannst. Sinnvoll sind solche Abwandlungen des Bio-Gedankens nämlich wirklich nicht…
Saturday, 21. April 2007
Jetzt das Klima retten, Bäume pflanzen!