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Neue Kamera – Nikon D200

1. March 2007 — Zuletzt bearbeitet: 8. October 2007 | 9459x gelesen

Lange habe ich mit mir gerungen, denn schließlich kostet eine digitale Spiegelreflexkamera mehrere Ringtrainings, aber meine kompakte Konica-Minolta A2 ist doch arg in die Jahre gekommen. Vor allem beim Fotografieren meiner Kätzchen ist die Langsamkeit der A2 aufgefallen – vor 5 Jahren noch mit das Schnellste auf dem Markt, löst die Kamera nun erst aus, wenn das Kitten schon wieder wo anders hinschaut: frustrierend. Fazit: es muss was anderes her.

Aber welche Kamera sollte ich mir kaufen? Nach dem Lesen vieler Testberichte ist die Entscheidung auf die Nikon D200 gefallen. Die ist zwar schon anderthalb Jahre auf dem Markt, aber die Technik, die in ihr steckt kommt aus den Profiwerkzeugen von Nikon und ist sicherlich nicht schon morgen wieder überholt.

Dies ist nun kein weiterer Test der Nikon D200 – den gibt es schon in kurz, in lang oder in englisch. Dies ist ein Erfahrungsbericht wie sich jemand langsam an die Möglichkeiten der Kamera herantastet, der noch nie eine digitale Spiegelreflex in der Hand hatte.

Zwar bin ich kameratechnisch nicht ungebildet – schließlich habe ich während meiner Ausbildungszeit an den Wochenenden für die überregionale Zeitung “Darmstädter Echo” ein nettes Zubrot als freier Sportfotograf verdient. Aber wißt ihr eigentlich wie lange meine Azubizeit vorüber ist 8-)

Nachdem ich also vom Händler (Kleiner Einschub: Ja, ich habe die Kamera bei einem richtigen Händler so richtig mit Verkaufsgespräch und ausprobieren verschiedener Objektive beim Händler um die Ecke gekauft – und trotzdem weniger bezahlt, als geizhals & co. als preiswertestes Angebot angibt…) zu Hause angekommen bin, ging es los mit dem Auspacken.

Neue KameraDas Gefühl die Kamera in den Händen zu halten ist gigantisch. Sie passt sich sofort den Händen an. Obwohl fast ein Kilo schwer, ist das Handling traumhaft und das Gewicht kaum zu spüren.

Akku in das Ladegerät und eine gute Stunde warten bis die Ladeanzeige den Zustand als voll bezeichnet, Akku in Kamera einsetzen, Objektiv an Kamera geschraubt – alles einfach. Auch das Auffinden des Schachtes für die 2GB-CompactFlash Karte war einfach, aber wie bitte schön bekomme ich das Ding auf? Hier greife ich das erste Mal zur Bedienungsanleitung. Da die Kamera bestmöglich gegen Staub und Schmutz versiegelt ist, benötigt der Kartenschacht einen Entriegelungsmechanismus. Der Riegel ist schnell gefunden, wenn man weiß, wo er ist.

OK, Kamera angeschaltet, durch den Sucher geschaut, Auslöser leicht gedrückt, automatisch scharf gestellt, ausgelöst, erstes Bild gemacht. Toll! Glücklicherweise hat mir der Händler gezeigt, wie ich nun das Bild auf dem grossen Monitor ansehen kann. Sieht gut aus, aber ist es auch wirklich scharf? Es gibt bestimmt eine Möglichkeit, das kontrollieren zu können. Also drücke ich die Lupentaste neben dem Monitor. Das Bild wird größer, aber nicht viel. Auf dem Display erscheint aber ein Zeichen, dass einer nebenstehenden Taste ähnelt und ein Pfeil mit Spitzen in beide Richtungen. Also drücke ich die entsprechend angedeutete Taste und es erscheint ein Rahmen. Allerdings deute ich die Doppelspitze falsch und schaffe es nur den Rahmen zu bewegen. So richtig gut vergrößert wird das Bild so nicht. Also blättere ich mal wieder in der Bedienungsanleitung und finde schnell den Dreh. Man muß bei gedrückter Taste das hintere Einstellrad drehen und dann verkleinert sich der Rahmen bzw. vergrößert sich, wenn man das Rad in die andere Richtung dreht. Taste loslassen und schon ist das Bild groß. Klasse! Wenn man weiß wie es geht ist so Ruck-Zuck eine Schärfenkontrolle des Bildes möglich. Mein erstes Bild ist leider unscharf. :sad:

Also nochmal: zweiter Versuch, Kontrolle, unscharf :eek: Dritter Versuch, unscharf :cry: So langsam zweifle ich an der Wahl meines Objektivs. Schließlich habe ich nicht das Original-Nikon genommen, sondern nur das preiswerte Tamron 17 zu 50 mit Blende 2,8. Ich erinnere mich daran, dass ich in diversen Foren gelesen habe, dass die D200 eben keine Consumerkamera ist, mit der man idiotensicher scharfe Bilder machen kann, sondern ein Profitool, dass einige Einstellungen benötigt. Ich lasse mich also nicht entmutigen und suche nach dem kontinuierlichen Autofokus in der Hoffnung, dass es damit besser klappt. Ich finde dank Bedienungsanleitung den kleinen Regler an der Kameravorderseite, um die Art des Autofokus umzustellen. Erneuter Versuch eines Bildes und siehe da – unscharf :???:

Ich lese halt doch die Bedienungsanleitung und finde relativ schnell den Hinweis auf die Möglichkeit die Art der Autofokusfelder zu verändern. Also stelle ich von 11 kleinen Messfelder auf 7 große Messfelder um und oh Wunder! Mir gelingt ein scharfes Bild! :grin:

Die nächste Ernüchterung kommt, als ich die Schnelligkeit des Autofokus ausprobieren will – schließlich hat das Tamron keinen Ultraschallmotor, der die Schärfenregulierung der Kamera optimal ausnutzen würde. Immer noch im kontinuierlichen Modus der Autofokusregulierung bewege ich die Kamera schnell von einem nahen Gegenstand auf einen entfernten. Es dauert gefühlte 2 Sekunden bis die Kamera diese Bewegung bemerkt und nachreguliert. Das zwar sehr schnell und sicher, aber diese Pause dazwischen läßt meine Mundwinkel tief nach unten sinken. Das soll eine schnelle Kamera sein? Ausnahmsweise werfe ich einen Blick in die Bedienungsanleitung. Ja, Wahnsinn! Selbstverständlich kann man die Schnelligkeit des Schärfennachziehens bei plötzlichen Wechsel einstellen. Macht ja auch Sinn, wenn ich auf ein bewegtes Objekt ziele und das kurz hinter einem Baum oder ähnlichem verschwindet, welches ich aber natürlich weiterverfolgen will, um es im richtigen Moment scharf abzulichten. In diesem Augenblick wird mir klar: ich habe eine Profikamera gekauft. Auf solche Feinheiten muss man erst mal kommen. Ich fange an glücklich zu werden.

AtauroDie nächste Ernüchterung kommt, als ich mich an bewegte Objekte heranwage und unseren Katzen auflauere. Kein Bild wird scharf. Kurz bevor ich völlig am Verzweifeln bin, fallen mir die Autofokusfelder wieder ein. Jetzt fällt mir die Markierung eines Feldes der vielen vorhandenen auf und ich weiß, warum die Bilder unscharf sind: das markierte Feld ist nicht auf der Katze. Intuitiv drückt mein Daumen auf die Einstellwippe an der Kamerarückwand ohne den Sucher vom Auge zu nehmen. Mit der Wippe kann das präferierte Feld zur Fokussierung gewählt werden. Zack! Scharfes Bild! :) Es überzeugt mich sehr, dass die Bedienungselemente so angebracht sind, dass alles wichtige problemlos mit einer Hand bedient werden kann, während das Auge weiterhin die Kontrolle über das Objekt des Begierde über den Sucher behält. Tolle Kamera!

Und schnell ist sie auch. Selbst wenn ich die Bilder im RAW-Format mit jeweils um die 15MB auf die Karte schreiben lasse, schafft die D200 in ca. 4 Sekunden 22 Bilder bevor sie ins Stocken gerät.

Jetzt bin ich überzeugt, das Prinzip verstanden zu haben. Die D200 läßt dem Menschen zu jeder Zeit die volle Kontrolle über den kreativen Prozess des Fotografierens und erledigt im Hintergrund in vorzüglicher Manier die technische Drecksarbeit.

Ich muß nun nur noch die anderen dreihundertzwölfzig Einstellungsmöglichkeiten finden ;-)

Weitere Bilder mit der D200 findest Du in meinem Photoblog…

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Kategorie: Photographie

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Ein Kommentar

  1. Lustig, mir ist es ähnlich ergangen. Meine (damals sehr schnelle) Fuji-Kamera (Erfahrung: nie wieder Fuji – ein grottenschlechter Kundenservice) wurde durch eine D200 ausgetauscht. Schöne Kamera, ohne Schnick-Schnack – und wenn man ersteinmal das Menu verstanden hat, dann kann man ganz schnelle Änderungen vornehmen.

    Oh, und ich habe auch mal als Nebenbeiregionalzeitungssportfotograf gearbeitet. :)

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