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10 Tage Nikon D3 – ein erstes Fazit

19. March 2008 | 5231x gelesen

Die D3 ist das neue Flagschiff digitaler Spiegelreflexkameras aus dem Hause Nikon. Eigentlich ein Body für Profis. Auf dem aktuellen Stand der Technik. Für mich ein wahr gewordener Traum…

Seit zehn Tagen besitze ich nun eine Nikon D3. Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich mir diesen Kamerabody im Wert eines gebrauchten Mittelklassewagens wirklich zulegen soll. Umso glücklicher bin ich jetzt, diesen Schritt wirklich gewagt zu haben.Natürlich kann ich auch als noch so ambitionierter Amateur die volle Leistungsfähigkeit der Kamera gar nicht ausreizen. Natürlich kann ich von einer Kamera in diesem Preissegment erwarten, dass sie funktioniert. Mit welcher Präzision sie funktioniert und wie hervorragend sie meine fotografischen Ideen bei der Umsetzung unterstützt, das ist allerdings höchst erfreulich. Für mich ist sie schon jetzt jeden Cent wert, den die D3 kostet.

Ich will hier niemanden mit technischen Details langweilen, denn die können überall nachgelesen werden. Viel spannender ist die Antwort auf die Frage, welchen Nutzen die technischen Details beim Fotografieren (für mich) haben.Ich bin nicht unbedingt ein Freund aufwändiger Nachbearbeitung. Deswegen sind mir gute “out-of-the-cam-jpgs” am Liebsten. Bei meiner D200 hatte ich nach langem Rumprobieren irgendwann wirklich gute Einstellungen gefunden, die in den allermeisten Fällen ein Verwenden der JPGs direkt aus der Kamera ermöglichten. Bei der D3 musste ich nicht viel rumprobieren, denn die Kamera funktioniert einfach. Es ist totaler Wahnsinn, wie schnell man mit dieser Kamera zu einem guten Ergebnis kommt. unbearbeitetes SchnappschussportraitKameraintern kann man eine Bildbearbeitung so fein justieren, dass fast der komplette gestalterische Vorgang auf den Zeitpunkt des Fotografierens verlegt wird. Scharfzeichnung, Kontraste, Farben – alles kann im Prinzip schon beim Fotografieren einstellt werden. Und da ich bestimmte Setups vorjustieren kann, gelingt es mir in kurzer Zeit auch bei unterschiedlichen Motiven unterschiedlich zu reagieren. Für Portraits habe ich zum Beispiel eine Konfiguration hinterlegt, die Farben und Kontraste etwas moderater bearbeiten. Mit dem wirklich gut funktionierenden Weißabgleich, der schnellen und treffsicherem Autofokus – auch bei schwierigen Lichtsituationen – und dem knackscharfen und großen Kameradisplay komme ich nun wesentlich schneller zu einem gewünschten Ergebnis. Sehr angenehm ist für mich hierbei auch, dass ich mein Lieblingsportraitseitenverhältnis von 5 zu 4 gleich in der Kamera einstellen kann und so auch direkt den Bildaufbau optimal kontrollieren kann. Nebenstehender absolut unbearbeiteter Schnappschuss bei natürlichem Licht zeigt das angesprochene Verhalten recht eindrucksvoll. (Alle Bilder dieser Seite können durch Anklicken vergrößert werden.)

RiesenradÜber das geringe Rauschen ist ja schon viel geschrieben worden. Das ermöglicht wirklich nochmal ganz andere Bilder. Neulich hatte ich mein Stativ nicht dabei, als ich nachts über den halbaufgebauten Hamburger Dom schlenderte. Dabei sah ich das Motiv links, dass ich nun mittels ISO 3200 auf meinen Chip bannen konnte. Freihändig hätte ich bei diesem Licht sonst niemals fotografieren können. Trotz der hohen ISO Zahl benötigte ich für dieses Bild bei Blende 2,8 eine Zehntel Sekunde.Vor dem Kauf hätte ich übrigens gedacht, dass ich die Liveview-Funktion nicht gebrauchen werde. Schon nach drei Tagen mit der D3 kam ich allerdings in die Verlegenheit diese Funktionalität beanspruchen zu müssen. Wieder bei einem Nachtshooting – diesmal allerdings mit Stativ – sah ich einen winzigen Tropfen permanent in eine kleine Pfütze tropfen. Davon mal abgesehen, dass ich mit einem alten manuellen Objektiv fotografiert habe und deswegen der Autofokus mir nicht geholfen hätte, weiß ich nicht, ob der Autofokus diesen kleinen Tropfen in dem Bruchteil einer Sekunde hätte erfassen und zur Scharfstellung nutzen können. TropfenMit Liveview und dem hervorragenden Display war das Bild rechts kein Problem. Ich habe einfach die Stelle, an der der Tropfen immer wieder neu in die Pfütze platschte vergrößert und konnte so in aller Ruhe die Schärfe mit meinen Augen entsprechend kontrollieren. Den richtigen Zeitpunkt für die Auslösung abzupassen war dann – dank des ultraschnellen Verschlusses – das kleinste Problem.Überhaupt – der Verschluss: beim ersten Auslösen stockte ich kurz und fragte mich, ob der Spiegel überhaupt schon oben gewesen wäre. Das geht wirklich richtig schnell. Und das Geräusch, dass er beim Auslösen verursacht ist wie die Haptik und die Bedienbarkeit der Kamera aller erste Sahne. Freunde vermuteten spontan, dass ein Soundingenieur das Auslösegeräusch komponiert hat – analog zu den Mercedesautotüren…

Bei dem Tropfenbild hat es übrigens in Strömen geregnet. Die Kamera – und ich – waren hinterher klitschnass. Ausgemacht hat das der Kamera aber nichts. Keinerlei Funktionsstörung war zu vermelden. Nur ich hatte irgendwann keine Lust mehr…Das Fotografieren mit manuellen Optiken hatte ich ja schon erwähnt. Dabei muss ich einfach loswerden, dass der Sucher der D3 der helle Wahnsinn ist. Auch ohne Streulichtscheibe oder andere Hilfsmittel zur Schärfebeurteilung ist ein Fokussieren mit manuellen Optiken ein Genuß. Ein Bild mit einem alten 50er mit Offenblende 1.2 zu machen, ist mir an der D200 schlicht nicht geglückt – oder nur bei unbewegten Objekten und viel Geduld. Mit der D3 konnte ich dieses Sahneobjektiv sogar für das Fotografieren einer wachen Katze nutzen.

Die Treffsicherheit des Autofokus auch bei schwierigen Lichtsituationen habe ich ja schon erwähnt. Bei diesem Bild genügte eine Taschenlampe auf einem Grashalm in zwei Meter Entfernung, um dem Autofokus den nötigen Halt zu geben. Ich persönlich habe bei diesem Bild im Sucher nur die Spiegelungen im Wasser wahrnehmen können. Ein Scharfstellen wäre für mich unmöglich gewesen. Bei diesem Bild konnte ich auch gleich die Funktion des virtuellen Horizontes einsetzen. Weil es so dunkel war, nutze mir die Wasserwaage des Stativs nichts. Aber der eingebaute künstliche Horizont hat mir bei der Ausrichtung der Kamera optimal geholfen.

Ich könnte noch stundenlang die vielen kleinen und großen Helferleins der Nikon D3 aufführen, aber ich glaube auch mit diesen wenigen Beispielen wird deutlich, dass die Kamera mich bei der Fotografie hervorragend unterstützt. Schon nach 10 Tagen habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich meine Bildideen viel schneller und zielgerichteter als mit anderen Kameras umsetzen kann.

Fazit: die D3 gebe ich so schnell nicht wieder her…

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Kategorie: Photographie

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6 Kommentare

  1. Hallo Stefan,

    ich gratuliere Dir zur tollen Kamera. Deine mit der D3 gemachten Fotos habe ich ja schon im NF-F bewundern können – Du scheinst Dich sehr schnell an die neue Kameratechnik gewöhnt zu haben. Dein Bericht bringt Deine Freude und Deine Genugtuung über die Kamera toll ‘rüber.

    Gruß Norbert

  2. Huhu lieber Stefan,

    na das ist ja die reinste Liebeserklärung an Deine D3 *gg*, aber ich kann Dich gut verstehen ;-) mir geht es mit meiner D300 ganz ähnlich!
    Toller Bericht und mit unheimlicher Begeisterung geschrieben, man kann Dein GRINSEN zwischen den Zeilen förmlich lesen!
    Dank Deines Berichtes habe ich mich intensiver mit dem “Live-View” beschäftigt…und siehe da…L-V ist um manuell zu fokussieren richtig klasse!!! Habe eigentlich bisher diese Funktion als “relativ überflüssig” gesehen…so schnell kann man seine Meinung ändern ;-)

    Die Bilder die Du mit der D200 gezaubert hast waren ja schon total supi, aber was Du jetzt mit dem neune “Baby” zauberst ist einfach noch ne klasse besser, ich bin ja soooo gespannt was da noch alles kommen mag!
    Freue mich schon auf die nächste gemeinsame Fototour…wird mal wieder Zeit :-)

    Ich wünsche Dir ALLZEIT GUT LICHT

    VLG aus der “fast” Nachbarschaft
    Bine

  3. jajajaja *neid*

    *gehheulend1€inihreD300Sparschweintun*

    @Bine : seit wann hast du denn eine D300?? ôÒ du meinst doch 30D oder?

  4. @frall: ich kenne mehr als eine Bine ;)

  5. Hallo

    Als D3 Besitzer kann ich nur gratulieren. Bin wie Du auch von der Kamera und den Objektiven sehr begeistert.

    Weiterhin viel Spass und Erfolg mit dem Teil

    Stefan

  6. 6
    Hans-Jürgen Pleße 
    Saturday, 22. March 2008

    Hallo, Dein Bericht gefällt mir.

    Würdest du deine individuellen Einstellungen auch verraten?

    Komischerweise macht meine D3 trotz Weissabgleich mit EXPODISC etwas zu rötliche Bilder.

    Gruss
    Hans-Jürgen

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