Abschied von einem lieben Wesen
8. May 2009 | 5446x gelesen
Nicht-Tierhalter werden diesen Blogeintrag vermutlich nicht verstehen. Mir egal
Aber wenn ich einen langjährigen Begleiter meines Lebens verliere, gehören ein paar nette Gedanken zum Abschied einfach dazu.
Hallo Marlowe,
als ich Dich das erste Mal gesehen habe, bist Du mir sofort aufgefallen. Ich weiß nicht warum, aber die Chemie stimmte sofort zwischen uns.

Marlowe mit 10 Wochen - später war er so groß wie die Lautsprecherbox vor der er hier sitzt
Und so kam es, dass Du Mitte August 1994 – kaum 8 Wochen alt – bei mir eingezogen bist. Deine Pfoten waren überproportional groß zum Rest des Körpers, aber das hat sich bald geändert. Den Rest Deines Lebens hast Du unzählige Menschen mit Deinem sanften Wesen, Deinem mächtigen Körper und Deiner zarten Stimme in den Bann gezogen.
Ich weiß noch, wie Du Deinen ersten und einzigen Wurf mit großer Liebe und rauher Zunge erzogen hast. Überhaupt hast Du gerne mal die Katzenpolizei im Haus gegeben und andere Vierbeiner zur Räson gebracht. Du durftest das auch, denn Du warst der erste Kater im Haus.

Marlowe in 2009 auf einem seiner Lieblingsplätze
Viele ruhige Stunden konnte ich mit Dir an meiner Seite verbringen. Oft hast Du auf mir geschlafen und kaum hörbar, nur für mich geschnurrt. Bei zwischenzeitlich fast 7kg war das vor allem im Sommer nicht immer ein Vergnügen, aber ich will keine Sekunde missen.
Dein Lieblingsspiel war das Apportieren eines kleinen Softballs, mit dem Du auch vortrefflich Deine Torwartqualitäten gezeigt hast. Später am Katzenfernsehen diente er Dir als Mausersatz und Du hast solange auf ihm rumgekaut bis er völlig nass war. Oft kamst Du dann mit dem Ball zu mir und wolltest, dass ich wieder mit Dir spiele. Den Ball dann anzufassen war wahrlich kein Vergnügen.
Du warst immer eine Männerkatze und trotzdem liebten Dich die Frauen. Vor allem, wenn sie rollig waren und Du der einzige Kater in Sichtweite warst. Bis ins hohe Kastratenalter hast Du den Mädels nach langem und intensiven Betteln gerne gegeben, was sie haben wollten. Manchmal dachte ich dir anzusehen, dass Du das nur machst, um mal fünf Minuten Deine Ruhe zu bekommen.
Toll fand ich Deine Puschel an Deinen Pfoten. Dank dieser konntest Du auf glatten Böden alle bekannten vierbeinigen Comicfiguren in den Schatten stellen. Oft habe ich darüber geschmunzelt. Und Du warst an dieser Stelle besonders kitzlig. Du warst mir aber nie böse, wenn ich Dich dort mal geärgert habe. Eher hast Du meine Hand mit beiden Vorderpfoten gefangen und meine Hand intensiv abgeleckt. Oder Du hast das Salz aus meiner Armbeuge weggeschleckt, wenn es mal wieder Sommer und heiß war.

Marlowe mit 14 Jahren in der Küche
Und du wolltest immer bei mir bzw. bei uns sein. Selbst wenn die Küche voll mit lärmenden Kindern war, bist Du von Stuhl zu Stuhl gesprungen und hast jeden Freundlichkeit entgegengebracht.
Du warst fast fünfzehn Jahre eine feste Größe in meinem Leben und hast immer zu mir gehalten. Ich konnte sicher sein von Dir begrüßt zu werden, wenn ich nach Hause kam. Wollte ich auf Reisen gehen hast Du das gemerkt und Dich in meinen Koffer gelegt. Wenn ich traurig war, hast Du mich mit Deinem Schnurren und einem sanften Maunzen getröstet.
Du bist einer der Gründe, warum ich Katzen liebe.
Ich hätte gerne noch viele Jahre mit Dir verbracht, aber Deine Niere hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Tschüss Marlowe!



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Friday, 8. May 2009
es macht mich traurig das zu hören…
mein beileid.
Thursday, 25. June 2009
Ich weiß wie es ist seine geliebten Vierbeiner zu verlieren – mein Beileid!!
Gruß Knurri
Tuesday, 1. December 2009
Mein aufrechtiges Beileid.
Habe selbst einen kleinen Hund, 15 Jahre alt. Er ist bai uns Zuhause geboren und ich hatte ihn am dritten Tag auf meiner Hand… nackig und blind. Damals war ich junge Teenagerin. Jetzt, 15 Jahre später bin ich froh wenn ich morgens aufwache und sehe das er immer noch da ist… alt und vermotzt, aber irgendwie noch fit.
Wenn ich mir vorstelle wie das für dich gewesen sein mag… da darf ich gar nicht so genau drüber nachdenken.
Egal ob Hund oder Katze; unsere Vierbeiner werden innerhalb von Sekunden ein Teil der “Familie” und mit jedem Tag festigen sie diese Position mehr und mehr… und eines Tages heulen wir uns die Augen raus wenn sie von uns gehen. Ach, es ist auf gut Deutsch einfach nur sch%&$e wenn so etwas passiert.
Wenn es einen Gott gibt, wird es wohl auch so etwas wie einen Himmel geben… und wenn Gott tatsächlich gnädig ist, sitzt Marlowe schon mal da und hält ein schönes plätzchen frei für den Tag, an dem dich die Leute vermissen werden und du Marlowe wieder siehst.
(Grrr… jetzt heul ich gleich auch noch!)
Wie schon gesagt: mein aufrechtiges Beileid… auch wenn schon einige Zeit vergangen ist.