Erster Eindruck vom Macbook Pro 15”
28. June 2009 | 8204x gelesen
Ein neues technisches Gerät auszupacken ist immer etwas besonderes. Wenn vorne ein angebissener Apfel drauf ist, dann ist es – für mich – sogar etwas absolut besonderes. Ich bekenne mich dazu: Apple stellt für mich einfach tolle Produkte her. Und so schlug mein Herz dann doch ziemlich schnell, als ich mein neues Macbook pro am Freitag ausgepackt habe.
Das neue Gerät war zu ca 80% aufgeladen, so dass ich es direkt einschalten und loslegen konnte. Nach dem appletypischen Intro ein paar persönliche Daten eingeben, verbinden zu meinem WLAN und meine mobile me Daten eingeben – ruckzuck waren die Daten synchronisiert und ich ganz normal (Weiter)Arbeiten, als ob ich das Gerät schon ewig genutzt hätte. Solche kleinen Details sind es, die mir Spaß am Arbeiten mit Apple-Produkten geben.
Ach ja: etwas war da vorher noch. Während meiner Wartezeit auf das neue Macbook machte im Internet die Runde, dass die verbaute Festplatte vibriert und die eingebaute Schnittstelle zur Festplatte nur die Halbe der derzeit möglichen Geschwindigkeit bezüglich des Datentransfers hat. Deswegen war ich schon sehr erfreut, als ich nach dem ersten Start des Macbooks feststellen konnte, dass die Vibration zwar da ist, aber überhaupt nicht stört. Auch das angekündigte Firmware-Update zur Korrigierung der Schnittstellengeschwindigkeit beim Softwareupdate zur Verfügung stand und problemlos über die Bühne ging.
Über den Rest kann ich fast nur positives berichten: die beleuchtete Tastatur ist wirklich sehr ansprechend und gut zu bedienen, das Arbeiten am Laptop ist sehr ergonomisch, das Trackpad ist nach einigen Konfigurationsveränderung ein Traum – ich weiß gar nicht, wie ich am Montag auf der Arbeit wieder mit einer Maus zurecht kommen soll. Ja, der Monitor ist glossy und natürlich spiegelt er. Aber längst nicht so schlimm, wie ich das befürchtet hatte. Dank der Schärfe, der guten Farben und der Helligkeit kann ich auch an sonnigen Tagen gut damit arbeiten. Im Übrigen habe ich sowieso ein icap, um draußen richtig gut arbeiten zu können. Einzig die harte Kante bei geöffneten Laptop-Rand kann bei ungünstiger Handlage nerven und die Lautsprecher sind nicht der Rede wert. Werde mir wohl zu meinen Soundsticks noch eine Airport Express holen, damit ich ungebunden vernünftig Musik hören kann. Schön ist natürlich auch das Detail des Stromkabels, dass durch einen Magneten an der richtigen Stelle gehalten wird und eigentlich keinen Stecker hat – so kann ein zufälliges Stolpern über das Kabel nicht zu einem “Vom-Tisch-Runterreissen” des Macbook führen.
Über jeden Zweifel erhaben ist der Akku. Die Laufzeit bei kontinuierlicher Arbeit mit dem Macbook beträgt nach meiner Erfahrung ca. 5 bis 6 Stunden. Ich habe mich noch nicht getraut die angezeigte Restlaufzeit komplett auszunutzen, aber die Anzeige macht mir einen recht genauen Eindruck. Das Aufladen im ausgeschalteten Zustand dauert etwas mehr als eine Stunde. Wenn man am Computer arbeitet, dauert es je nach Nutzungsgrad länger und die restliche Aufladezeit kann in der Menüleiste angezeigt werden. Ob der Monitor jetzt wirklich 60% mehr Farben als früher darstellt, wie es in der Werbung heißt, weiß ich nicht und kann ich nicht nachvollziehen. Aber ich habe meinen Monitor mit einer entsprechenden Spinne kalibiriert und meine Fotos werden wirklich sehr gut dargestellt.
Zum Schluß noch ein paar Bemerkungen zur Geschwindigkeit. Ich habe einige für mich typischen Arbeitsabläufe am alten Mac (G4 MDD, 2×1GHz, 1GB RAM, OS10.4.11) mit dem neuen Macbook Pro verglichen. Wenn ich eine identische RAW-Datei mit Rechtsklick öffne in Capture NX2 dann dauerte das beim alten Mac zarte 33 Sekunden und hat mich nie gestört. Mit dem Macbook pro dauert es gerade mal 8 Sekunden. Die gleiche Prozedur bei DxO, meinem Standardprogramm wenn ich viele Bilder zu verarbeiten habe, dauert am alten Rechner 41 Sekunden und am neuen nur noch 5 Sekunden. Fünf RAW-Dateien in DxO als Batch zu verarbeiten, schafft der alte Mac in 14 Minuten und der neue Rechner in knapp unter 3 Minuten. Dass ich darüber begeistert bin, kann sicherlich jeder verstehen.
Nicht verstanden habe ich dabei, dass diese Werte – gemessen bei der Einstellung “längere Batterielaufzeit” – sich nahezu gar nicht verbessern, wenn ich die Einstellung “höhere Leistung” auswähle. Wobei ich noch weniger verstehe, wieso alle meine persönlichen Einstellungen wie zum Beispiel Hintergrundbild, Monitorprofil etc. weg sind, wenn ich zwischen diesen Energieoptionen wechsle. Offensichtlich ist jede Einstellung ein anderer User nur mit der gleichen Kennung bei Benutzernamen und Passwort.
Jedenfalls habe ich “professionellere Tests” durchlaufen lassen. Cinebench R10 hat mich positiv überrascht, denn laut barefeats erreicht ein Rechner meiner Konfiguration, aber Baujahr 2008, einen Multi-CPU-Renderwert von ungefähr 5000 – aber mein Macbook erreicht 6133. Der Geekbench-Wert beträgt 3790. Übrigens gibt es auch hier keinen nennenswerten Unterschied zur “höheren Leistung”. Mit einer Ausnahme: der OpenGL Benchmark Wert steigert sich von 4864 auf 6208! Ich bin gespannt, ob das Update auf SnowLeopard im Herbst des Jahres hier eine Veränderung bringt.
Fazit: ich bin zufrieden! Das Macbook Pro wird mich sicherlich einige Zeit begleiten…



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